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Dmitri Orlow wird heute 100 Jahre alt - Ein Geschichtsbuch mit einem ‚happy end’
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Moskau/Dormagen. In diesen Tagen bekommt Dmitri Orlow gleich mehrfach Post aus Dormagen. Der Moskauer Sportwissenschaftler wird nämlich heute 100 Jahre alt. Glückwünsche gibt es von der Schülervertretung der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Dormagen, von Schulleiter Dr. Volker Hansen, von verschiedenen Klassen und auch von Bürgermeister Heinz Hilgers im Namen der Stadt Dormagen.
Dmitri Orlow ist der Dormagener Schule seit mehreren Jahren verbunden. Einige Schülerinnen und Schüler standen mit ihm und seiner Frau Margareta zusammen auf der Bühne der Schule 863 in Moskau. Geehrt wurden er und andere ehemalige Zwangsarbeiter, die in Deutschland inhaftiert waren und sich nach Kriegsende und der Unterwerfung des Nationalsozialismus für den Frieden zwischen den Völkern eingesetzt haben.
Andere Schüler haben ihn in Stukenbrock erlebt. Dort war der sowjetische Soldat seinerzeit mit Tausenden von Kameraden unter unmenschlichen Bedingungen zur Zwangsarbeit gezwungen. Etwa 65.000 Häftlingen verloren dabei ihr Leben und sind auf dem großen Sowjetischen Friedhof beigesetzt worden. Wegen der vielen Todesfälle mussten die Leichen mit einer Feldbahn aus dem Lager zu den Massengräbern transportiert werden. Orlow war einer der relativ wenigen, die diese Zeit überlebten. Gleich nach der Flucht der NS-Wachmannschaften und der endgültigen Befreiung durch die US-amerikanischen Truppen ging er mit seinen Kameraden daran, einen Obelisken auf dem Friedhof zu errichten, der an die Opfer erinnert.
In dem Brief der Schülervertretung heißt es: „Zusammen haben wir den Frieden gefeiert. Zusammen haben wir daran gedacht, wie schwer es war, diesen Frieden zu erringen. Sie waren ein Gefangener im Nazi-Deutschland. Die Rote Armee und die anderen Alliierten haben Sie, das Land und die Menschen von der Nazi-Diktatur militärisch befreit. Befreit wurden die Konzentrationslager. Befreit wurden die Zwangsarbeiter. Diese Befreiung war mit sehr großen Opfern verbunden. Auch sie werden wir nicht vergessen.“
Die Erlebnisse haben dazu geführt, dass Dmitri Orlow sich für den Frieden und die Freundschaft zwischen den Menschen und den Völkern einsetzt. Aus dem Glückwunsch der Schüler: „Für uns sind Sie ein Geschichtsbuch mit einem ‚happy end’! Sie sind uns aber ebenso Verpflichtung, diesen Weg weiter in die Zukunft zu gehen!“ Die SchülerInnen würden sich daher sehr freuen, wenn es dem Jubilar möglich wäre, zum Antikriegstag am 1. September nach Stukenbrock und nach Dormagen zu kommen. Als Zeichen ihrer Anerkennung und Hochachtung für das Engagement über viele Jahre hat der Vorstand der Schülervertretung beschlossen, Dmitri Orlow zum Ehrenschülersprecher zu ernennen (Foto der Urkunde rechts unten). Die Gratulation von Heinz Hilgers endet mit einem Versprechen: "Wir werden uns in Dormagen auch weiter dafür einsetzen, die Gräber der Zwangsarbeiter zu pflegen und ihr Schicksal nicht in Vergessenheit geraten zu lassen."
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07.05.2008 / 10:22 Uhr — Uwe Koopmann
Dmitri Orlow ist der Dormagener Schule seit mehreren Jahren verbunden. Einige Schülerinnen und Schüler standen mit ihm und seiner Frau Margareta zusammen auf der Bühne der Schule 863 in Moskau. Geehrt wurden er und andere ehemalige Zwangsarbeiter, die in Deutschland inhaftiert waren und sich nach Kriegsende und der Unterwerfung des Nationalsozialismus für den Frieden zwischen den Völkern eingesetzt haben.
Andere Schüler haben ihn in Stukenbrock erlebt. Dort war der sowjetische Soldat seinerzeit mit Tausenden von Kameraden unter unmenschlichen Bedingungen zur Zwangsarbeit gezwungen. Etwa 65.000 Häftlingen verloren dabei ihr Leben und sind auf dem großen Sowjetischen Friedhof beigesetzt worden. Wegen der vielen Todesfälle mussten die Leichen mit einer Feldbahn aus dem Lager zu den Massengräbern transportiert werden. Orlow war einer der relativ wenigen, die diese Zeit überlebten. Gleich nach der Flucht der NS-Wachmannschaften und der endgültigen Befreiung durch die US-amerikanischen Truppen ging er mit seinen Kameraden daran, einen Obelisken auf dem Friedhof zu errichten, der an die Opfer erinnert.
In dem Brief der Schülervertretung heißt es: „Zusammen haben wir den Frieden gefeiert. Zusammen haben wir daran gedacht, wie schwer es war, diesen Frieden zu erringen. Sie waren ein Gefangener im Nazi-Deutschland. Die Rote Armee und die anderen Alliierten haben Sie, das Land und die Menschen von der Nazi-Diktatur militärisch befreit. Befreit wurden die Konzentrationslager. Befreit wurden die Zwangsarbeiter. Diese Befreiung war mit sehr großen Opfern verbunden. Auch sie werden wir nicht vergessen.“
Die Erlebnisse haben dazu geführt, dass Dmitri Orlow sich für den Frieden und die Freundschaft zwischen den Menschen und den Völkern einsetzt. Aus dem Glückwunsch der Schüler: „Für uns sind Sie ein Geschichtsbuch mit einem ‚happy end’! Sie sind uns aber ebenso Verpflichtung, diesen Weg weiter in die Zukunft zu gehen!“ Die SchülerInnen würden sich daher sehr freuen, wenn es dem Jubilar möglich wäre, zum Antikriegstag am 1. September nach Stukenbrock und nach Dormagen zu kommen. Als Zeichen ihrer Anerkennung und Hochachtung für das Engagement über viele Jahre hat der Vorstand der Schülervertretung beschlossen, Dmitri Orlow zum Ehrenschülersprecher zu ernennen (Foto der Urkunde rechts unten). Die Gratulation von Heinz Hilgers endet mit einem Versprechen: "Wir werden uns in Dormagen auch weiter dafür einsetzen, die Gräber der Zwangsarbeiter zu pflegen und ihr Schicksal nicht in Vergessenheit geraten zu lassen."