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Dormagens besondere Rolle auf der Kunststoffmesse

24.10.2019 / 13:30 Uhr — Dormago

Foto: Dormago Auf der K-Messe in Düsseldorf präsentierten sich die Dormagener Chempark-Unternehmen Covestro, Arlanxeo und Lanxess mit vielen Neuerungen
Auf der K-Messe in Düsseldorf präsentierten sich die Dormagener Chempark-Unternehmen Covestro, Arlanxeo und Lanxess mit vielen Neuerungen
Die K 2019, weltweit führende Fachmesse der Kunststoff- und Kautschukindustrie, ging gestern nach acht Tagen in Düsseldorf zu Ende. 3333 Aussteller aus 63 Nationen stellten aus Sicht der Messe-Verantwortlichen unter Beweis, dass Kunststoff nach wie vor ein innovativer, unverzichtbarer und zukunftsweisender Werkstoff ist. Um dies zu untermauern präsentierten Aussteller die Notwendigkeit funktionierender Kreislaufwirtschaften entlang der gesamten Wertstoffkette und präsentierten hierzu auch konkrete Lösungen. Damit trafen sie wohl auch den Puls der Zeit, denn die rund 225.000 Besucher aus 165 Ländern zeigten hohes Interesse insbesondere an Recyclingsystemen, nachhaltigen Rohstoffen und ressourcenschonenden Verfahren. Mitten drin war Dormagen - die drei Chempark-Unternehmen Covestro, Lanxess und Arlanxeo sorgten mit riesigen Ständen für Aufsehen.

Über zwei Jahre hatte Covestro seine Ausstellung vorbereitet, über 300 Frauen und Männer waren insgesamt bei der Messe im Einsatz. Ein Schwerpunkt: Die Weiterentwicklung des Autos mit einem umfassenden Innenraumkonzept für künftige Mobilität. Covestro hat das Konzept gemeinsam mit wichtigen Partnern entlang der automobilen Wertschöpfungskette entwickelt. Hauptmerkmale sind neu gestaltete Oberflächen, die Integration von ambienter Beleuchtung, neueste Infotainment-Systeme und zukunftsweisende Sitzkonzepte. Dabei haben namhafte Designer ihre Ideen eingebracht und sich zum Beispiel wegen des Geruchs gegen Naturleder und für "veganes Leder" ausgesprochen. Covestro zählt zu den Vorreitern bei der Verwendung des Abgases CO2 als neuem Rohstoff, etwa für die Produktion von Strümpfen und medizinischen Textilien wie Pflaster. Gemeinsam mit Partnern hat es der Werkstoff-Spezialist geschafft, elastische Textilfasern aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) mit CO2 herzustellen.

Ein Kernelement beim Aufbau der Kreislaufwirtschaft in der Kunststoff- und Chemieindustrie ist die Schließung des Kohlenstoffkreislaufs durch die Wiederverwertung von Rohstoffen. Covestro will langfristig "so weit wie eben möglich" auf fossile Ressourcen verzichten und statt dessen alternative Quellen wie Abfall, Pflanzen und CO2 nutzen. Gebrauchte Kunststoffe seien eine wertvolle Ressource. Auf keinen Fall dürfe Kunststoffabfall länger unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Tolle Idee: Mit der Start-up Challenge fördert Covestro Kreativität und unternehmerisches Denken seiner Beschäftigten. Die Sieger des ersten Wettbewerbs wurden auf der Messe gekürt: Sie dürfen künftig als Gründer arbeiten, können ihre Idee verwirklichen und deren Marktreife testen. Dafür erhalten sie eine Anschubfinanzierung von bis zu einer Million Euro, werden bis zu einem Jahr von ihrem Job freigestellt und können innerhalb des Unternehmens als Start-up arbeiten.

Batterienforschung auch in Dormagen
Die Neuaufstellung von Arlanxeo als nun 100-prozentige Tochter von Saudi Aramco drückt sich nach der Loslösung von Lanxess in diversen Veränderungen aus. So verlässt das Unternehmen im kommenden Frühjahr den Standort im Lanxess-Tower und zieht um zur Köln Messe. Erstmals bekommen 20 junge Menschen, die in Dormagen ausgebildet werden, einen Arbeitsvertrag von Arlanxeo. Forschung wird gerade auch am Standort Dormagen groß geschrieben. In Kooperation mit Industrie, staatlichen Einrichtungen und Universitäten arbeitet das Unternehmen hier aktiv an der Verbesserung der Stabilität, Kapazität und Performance von Batterien.

Bei der K-Messe zeigte Arlanxeo nachvollziehbar an einem animierten CAD-Modell eines batteriebetriebenen Elektroautos auf einem Videoscreen, wie die eigenen Kautschuklösungen den sich wandelnden Materialanforderungen für die E-Mobilität begegnen. Hierbei geht es um zentrale Automobilbestandteile wie Reifen, Batterien, Dichtungssysteme, Kühl- und Kältemittelschläuche, Luftfedersysteme und Scheibenwischer. Neben neuen Reifenmischungen, die dabei helfen können, einen reduzierten Rollwiderstand und eine verbesserte Abriebbeständigkeit zu erreichen, sind Beispiele für neue Kautschuklösungen Dichtungssysteme mit weniger Gewicht und geringerer Dichte, stark hitzebeständige Kühlmittelschläuche und Anti-Vibrationssysteme, flammbeständigere Kabel sowie High-Performance-Scheibenwischerblätter.

Das neue Schwarz ist Orange
Lanxess präsentierte sich in Düsseldorf unter dem Motto "Quality Works - Energizing the Future" und stellte auf seinem rund 700 Quadratmeter großen Messestand neueste Materialentwicklungen, Verfahren und Technologien für die Themen Neue Mobilität, Urbanisierung und Digitalisierung vor. "Gerade die Elektromobilität gewinnt für die Kunststoffindustrie immer mehr an Bedeutung", betont der Spezialchemie-Konzern. Im Bereich der Werkstoffe spielen etwa elektrische Materialeigenschaften, Flammschutz, aber auch elektromagnetische Verträglichkeit eine große Rolle. Die Farbe Orange dient dabei zunehmend zur Kennzeichnung von stromführenden, mit Kunststoff ummantelten Komponenten, die unter höheren Spannungen stehen. Doch es ist eine große Herausforderung, orangefarbene Compounds zu entwickeln, die eine dauerhaft hohe Farbstabilität mitbringen. Dies ist Lanxess nun gelungen.

Manch einer macht einen großen Bogen um sie, andere wiederum können von ihnen nicht genug bekommen. Die Rede ist von Achterbahnen. Neueste Anlagen jagen ihre Wagen mit über 230 Kilometern pro Stunde durch das wilde Vergnügen. Kein Wunder, dass in den Wagenrädern Hightech steckt, denn sie müssen Extremstbelastungen standhalten. Synthesekautschuk ist mit seinen dynamischen Eigenschaften den hohen Beschleunigungs- und Bremskräften, die auf die Achterbahn-Räder wirken, nicht gewachsen und wird daher nicht für die Beläge verwendet. Dagegen entwickeln spezielle Heißgießelastomere bei häufigen, schnellen Verformungen kaum Wärme, so dass die Radbeläge im Dauereinsatz nicht überhitzen. Sie halten den Belastungen dadurch besser stand, und die Räder rollen exakt mit der vorgesehenen Geschwindigkeit.

Eine Zusammenarbeit der besonderen Art war auf der Messe zu sehen: Lanxess ist Premiumsponsor des 35-köpfigen Studenten-Teams der Technischen Hochschule Köln und unterstützt damit auch die "Formula Student" – ein Konstruktionswettbewerb mit mehr als 900 teilnehmenden Universitäten weltweit. Die Gemeinsamkeiten liegen auf der Hand: Autonomes Fahren, die Elektrifizierung des Fahrzeugantriebs und neue Infrastrukturkonzepte verändern die Automobil- und mit ihr die Kunststoffindustrie. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) will der Spezialchemie-Konzern die Entwicklungszeit neuer Materialien deutlich verkürzen. Dafür kooperiert Lanxess in Dormagen mit Citrine Informatics, einem KI-Unternehmen aus den USA, das sich auf die softwaregestützte Entwicklung chemischer Produkte spezialisiert hat. Und ein weiteres Mal Dormagen: Wesentlicher Bestandteil des Lanxess-Kunststoffgeschäfts ist die Forschungs- und Entwicklungskompetenz - in Dormagen existiert das Herzstück für die Konzeption individueller Kundenlösungen mit dem modernen Entwicklungszentrum.

Die nächste K-Messe findet vom 19. bis zum 26. Oktober 2022 in Düsseldorf statt.
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