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„Ich habe mich immer mit Herzblut für den BSV eingesetzt“
05.09.2026 / 10:21 Uhr — Dormago / duz
Der Vorsitzende des Dormagener Bürger-Schützen-Vereins wurde in der Vergangenheit auch Chef genannt. Bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren machte Stephan Seher deutlich, dass er dies etwas anders sieht: „Ich bin von niemandem der Chef im Schützenverein, alle sind doch meine Kameradinnen und Kameraden.“ Inzwischen würde der 63-Jährige seine Aussage wohl etwas relativieren. Am Mittwochabend erklärte Seher seinen Rücktritt.Im Gespräch spürt man, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen ist. Er gehörte dem Vorstand seit etlichen Jahren an, war 2. und auch 1. Schriftführer sowie Geschäftsführer. Als Hans-Arnold Heier zur Wahl im Jahre 2024 nicht mehr antreten wollte und die Suche nach einem Nachfolger des BSV-Vorsitzenden längere Zeit nicht erfolgreich war, bewarb Seher sich um das Amt und wurde mit einer Gegenstimme bei zwei Enthaltungen gewählt. Fortan arbeitete er sich ins zeitintensive Ehrenamt ein und war nach eigener Aussage auch in diesem Jahr wieder mit dem Verlauf des Dormagener Schützenfestes im Juni zufrieden: „Ich habe viel Lob von Gästen für das tolle Fest erhalten.“ Dabei konnte er im Vorfeld aufgrund einer Erkrankung ein halbes Jahr öffentlich nicht in Erscheinung treten: „Trotzdem habe ich die notwendigen Geschäfte wahrgenommen.“
Noch im Urlaub wurde Stephan Seher vom 1. Geschäftsführer Christian Krosch und vom 1. Kassierer Markus Extra um ein Gespräch gebeten. Das fand am 12. August statt und verlief für ihn äußerst überraschend: „Ich wurde mehr oder weniger aufgefordert, mein Amt niederzulegen. Es würde auch bereits einen potenziellen Nachfolger geben.“ Die genannten Gründe sind für den Operation Manager bei Covestro wenig greifbar und nicht nachvollziehbar. „Es hieß etwa, ich hätte Veranstaltungen zu spät organisiert oder wäre ab und an unpünktlich. Und andere hätten meinen Arbeitsaufwand erledigen müssen.“ Außerdem sei ihm vorgehalten worden, dass er sich im Zelt am Schützenfestsonntag Versprecher geleistet hätte. Seher: „Ich denke, das kann passieren. Natürlich ist man in solchen Augenblicken auch etwas nervös.“
Nach Sehers Erinnerung erweckte federführend Krosch den Eindruck, als würde der gesamte Vorstand hinter der Auffassung der Beiden stehen. Nicht aktiv ging der Noch-Vorsitzende auf Vorstandskollegen zu, fragte aber schon nach der Meinung der anderen – und wunderte sich: „Einige fielen aus allen Wolken, als ich die Situation schilderte.“ Wie geht man mit einer solchen Situation um? „Ich bin kritikfähig. Aber wenn das Vertrauensverhältnis auf diese Weise gestört ist, dann macht die weitere Zusammenarbeit wenig Sinn“, kam der gebürtige Kölner nach „schlaflosen Nächten“ schließlich zum Ergebnis, seinen Rücktritt vorzubereiten: „Ich hatte Spaß an dem sehr ausfüllenden Ehrenamt und habe mich mit Herzblut für den BSV eingesetzt. Die Art und Weise des Umgangs ist aus meiner Sicht erniedrigend.“
Am Mittwoch in der „EVA“-Sitzung, in der regelmäßig Entwicklungen besprochen und Sitzungen vorbereitet werden, hat Stephan Seher die Konsequenzen gezogen.


