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„RING“-Wechsel: Nachfolger von Lehnhoff kommen aus Adenau
02.09.2026 / 18:06 Uhr — Dormago / duz
Foto: Dormago / duz

Wechsel im RING, Hans Dieter Lehnhoff in der Mitte neben von links: Rosemarie, Hans-Hermann, Sebastian und Hannah Radermacher
Als er am Montag die Belegschaft informierte, da flossen auch manche Tränen. Und bei Hans Dieter Lehnhoff schlugen natürlich zwei Herzen in seiner Brust: „Einerseits bin ich glücklich, aber es ist mir ungeheuer schwergefallen.“ Denn der „Ring“ war für ihn immer weit mehr als „mein Unternehmen, es war der Ort, wo ich meinen Lebenstraum verwirklichen konnte, selbständiger Unternehmer zu sein“, sagt der 71-Jährige. Zum 1. September ist er nicht mehr Geschäftsführer und Inhaber des Dormagener Traditionshauses. Am 1. Februar 2027 hätte er die 40 Jahre als Selbständiger in Dormagen vollgemacht. 
Wechsel im RING, Hans Dieter Lehnhoff in der Mitte neben von links: Rosemarie, Hans-Hermann, Sebastian und Hannah Radermacher
Die Verantwortung hat Lehnhoff in die Hände der Unternehmerfamilie Radermacher aus Adenau gegeben. Zum 1. September sind Hans-Hermann (71) und sein Sohn Sebastian in die Gesellschaft eingetreten. Sie werden unterstützt von Sebastians Mutter Rosemarie (69) und seiner Frau Hannah (28) – und bis Ende des Jahres von Lehnhoff, der als Berater fungiert und „mit Rat und Tat“ zur Verfügung stehen will. Die Zusammenarbeit mit der Stadt lobt Lehnhoff ausdrücklich. Letztlich war die damalige Übernahme des Hauses durch die Stadt für ihn der „ausschlaggebende Grund“, in Dormagen weiterzumachen. Dass das Ringcenter nun weiter eine Perspektive hat, ist für Lehnhoff auch „ein gutes Signal für die Stadt.“ Der neue Mietvertrag wurde jetzt um 13 Jahre verlängert.
Die Radermachers leiten das Kaufhaus Fabry in Adenau in der 4. Generation. Es ist mit 3000 Quadratmetern etwa halb so groß wie der „Ring“. Dass die erfahrenen Radermachers eines Tages kürzertreten würden, war klar. So machte man sich Gedanken über die Zukunft, zumal sich mit Sohn Sebastian die nächste Generation zu Wort meldete. Dank der Vermittlung von Kaufringpartnern, die ihre Mitglieder unter anderem in Sachen Nachfolge beraten, kam der „Share Deal“ zustande. „Mir war es wichtig, dass jemand das Ruder übernimmt, der die Dinge so lebt und sieht wie ich – und keine Finanzinvestoren“, betont Lehnhoff.
27 Jahre leitete er den „Ring“, dabei ging es ihm immer um die hohe Kundenorientierung und den persönlichen Kontakt. Lehnhoff: „Ein solches Kaufhaus funktioniert durch Gesichter und die fachliche Beratung. Ob im Restaurant, im Laden, oder bei meinen vielen Events, das Gespräch und die Nähe zu den Menschen war mir immer Inspiration und Ansporn und sorgte für viele glückliche Momente.“ Und genau diese Einstellung hat er bei der Familie Radermacher ausgemacht: „ich bin fest davon überzeugt, dass sie sich der Tradition und den Werten meines Unternehmens in besonderer Weise verpflichtet fühlen. Sie lieben es Unternehmer zu sein, so wie ich es jeden Tag getan habe.“
Kopfnicken beim Quartett aus der Eifel, mit denen nicht nur über das Kaufhaus gesprochen wird: „Wir sind echte Freunde geworden. Sie haben mich sogar im Urlaub auf Mallorca besucht.“ Dass die Mitarbeiter auch in Zukunft den gleichen Teamspirit zeigen, davon ist Lehnhoff überzeugt: „Ich wünsche mir analoge, sympathische Influencer, die sind viel überzeugender als digitale Chatbots.“ Rosemarie Radermacher hat ihre Rolle schon gefunden: „Ich übernehme die Ansagen am Mikrofon.“ Für seine oft originellen Worte an die Kunden ist Hans Dieter Lehnhoff bekannt.
Neben dem langsamen Lösen aus der Rolle des Unternehmers sieht er noch einiges, „das mich interessiert. Wandern, den Sohn in Starnberg häufiger mit seiner Frau zusammen besuchen. Und ich habe Interesse an Wirtschaftspsychologie.“ Lehnhoff will Gastsemester an Unis belegen um zu hören, „was man den jungen Leuten heute beibringt.“

