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Verbraucherzentrale Dormagen legt Jahresbericht 2025 vor

09.07.2026 / 18:21 Uhr — Info Dormago / bs

Untergeschobene Verträge, missglückte Widerrufe oder Ärger mit Zahlungsdienstleistern: Bei rund 2.600 Anliegen war die Verbraucherzentrale in Dormagen im vergangenen Jahr wieder verlässliche Ansprechpartnerin, um Verbraucherrechte durchzusetzen oder unberechtigten Forderungen einen Riegel vorzuschieben. „Käufe, Buchungen oder Vertragsabschlüsse finden heute überwiegend digital statt. Das ist einerseits bequem, führt aber auch zu vielfältigen und immer komplexer werdenden Problemen. Wenn Anbieter dann nur noch per KI-gesteuertem Chatbot oder Kontaktformular erreichbar sind oder gar nicht reagieren, sind viele Verbraucherinnen und Verbraucher überfordert“, berichtet Beratungsstellenleiter Ralf Eming.

Von immer professioneller gestalteten Fakeshops über vermeintliche „Hilfen“ beim Ausfüllen von Behördenanträgen bis hin zu Coaching-Angeboten mit zweifelhaftem Nutzen: So manches Online-Schnäppchen wurde für die Dormagener Verbraucher im vergangenen Jahr zur kostspieligen Falle. „Die Menschen sind dann sehr erleichtert, wenn ihre Probleme gelöst werden können“, so Ralf Eming. Der Blick in den Jahresbericht 2025 zeigt: Bei rund 1.140 Rechtsberatungen und -vertretungen haben sich die Verbraucherschützer zumeist erfolgreich für die berechtigten Ansprüche von Ratsuchenden eingesetzt.

Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage sei es daher sehr wichtig, so Ralf Eming, dass die Finanzierung der Beratungsstelle auf Basis eines mehrjährigen Vertrags mit der Stadt bis Ende 2030 gesichert werden konnte. „Besonders erfreulich ist es, dass der Stadtrat sich einstimmig für die Fortsetzung unserer Arbeit entschieden hat. Das ist ein Zeichen großen Vertrauens und bestärkt uns in unserem Einsatz für die Dormagenerinnen und Dormagener“, so Ralf Eming weiter.

Typische Fälle aus der Beratungspraxis:
  • Bei Online-Bestellungen kam es zu falschen Lieferungen und strittigen Retouren.
  • Kostenfallen durch sogenannte Dokumenten- und Kündigungs-Dienstleister nahmen zu.
  • Teure „Knöllchen“ auf dem Supermarktparkplatz machten Ärger.

Besonders in Erinnerung sind dem Team die Fälle, in denen Verbraucher zuerst in eine kostenpflichtige Abofalle gerieten und sich dagegen wehren wollten. Dabei landeten sie in der nächsten Falle, weil die von ihnen ausgefüllte Kündigung über einen Online-Dienstleister ebenfalls eine versteckte Kostenpflicht hatte. „Es ist mittlerweile sehr einfach, von einer Verbraucherfalle im Netz direkt in die nächste zu tappen“, schildert Verbraucherberaterin Luise Vier ihre Erfahrungen. „Am besten kann man sich mit den rechtlich fundierten und kostenlosen Musterbriefen auf unserer Homepage gegen Abofallen wehren.“

Kein Schutz beim Käuferschutz
Ein zentrales Thema im Berichtsjahr: der vermeintliche Käuferschutz bei Zahlungsdiensten wie PayPal, Klarna oder Amazon Pay. Viele Verbraucherverließen sich darauf – und standen im Streitfall dennoch ohne Erstattung da. Die Beratungsstelle klärte rund um den Weltverbrauchertag im März vergangenen Jahres darüber auf, dass gesetzliche Gewährleistungsrechte oft weiter reichen als freiwillige Schutzversprechen der Anbieter.

Künstliche Intelligenz bringt neue Herausforderungen
Auch der Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) ist in der Beratung deutlich spürbar, so die Beratungsstellenleitung: „Eine falsche KI-Rechtsauslegung führt oft zu Erwartungen, die sich rechtlich gar nicht durchsetzen lassen. Wir müssen diese Erwartungen dann in realistische Bahnen lenken – und manchmal auch enttäuschen.“ Zugleich beobachtet die Verbraucherzentrale NRW neue Risiken: KI-generierte Inhalte können Verbraucher in unseriöse Angebote führen.

Erneuerbare Energien und Klimaanpassung praktisch erklärt
Extreme Wettereignisse wie Hitze und Starkregen werden auch in Dormagen zunehmend spürbar und fordern Hauseigentümer und Mieter heraus, sich an die Folgen der Klimaveränderung anzupassen. Aber auch die hohen Kosten für fossile Brennstoffe treiben die Verbraucher um. „Ob Begrünung und Dämmung oder Steckersolargeräte und neue Heizungstechnik: Mit Online-Seminaren und Rundgängen haben wir aufgeklärt und praktische Informationen vermittelt, wie das Zuhause in Sachen Energie auf Zukunftskurs gebracht werden kann – teilweise schon mit einfachen Maßnahmen, die nicht viel kosten“, sagt Ralf Eming.

Nachhaltiger Konsum im Rheinischen Revier
Unter dem Motto „Mach mit – mach’s nachhaltig!“ setzte sich das Projekt MehrWertRevier weiter für nachhaltigen Konsum im Rheinischen Revier ein. Im Jahr 2025 lag ein besonderer Schwerpunkt auf dem Thema Ernährung: Gemeinsam mit jungen Menschen und Engagierten aus Dormagen und dem restlichen Revier sowie mit wissenschaftlicher Begleitung erforschte das Projekt, wie nachhaltige Ernährung verständlich vermittelt werden kann. Beispielsweise konnten große und kleine Besucher im Oktober auf dem Nachhaltigkeitsmarkt in der Stadtbibliothek Dormagen, bei der Aktion „Heißer Draht – kühler Kopf“ das Konsum-Modell erklimmen, und so mehr über nachhaltigen Konsum erfahren.

„Viele Menschen sind besorgt und verunsichert wegen der aktuellen Auswirkungen globaler Krisen wie dem Irankrieg. Steigende Preise für Energie und Lebenshaltung belasten gerade Haushalte mit geringem Einkommen. Da ist es besonders wichtig und hilfreich, wenn wir bei Alltagsproblemen unterstützen und finanziellen Schaden abwenden können“, so das Fazit von Beratungsstellenleiter Ralf Eming zur Arbeit seines Teams.

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