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Vor 2030 wird der Deichbau kaum beginnen

01.07.2026 / 8:11 Uhr — Dormago / duz

Foto: Dormago / duz Deichgräf Peter-Olaf Hoffmann (links) dankte seinem Vorgänger Joachim Fischer und schenkte ihm zwei Flaschen Wein
Deichgräf Peter-Olaf Hoffmann (links) dankte seinem Vorgänger Joachim Fischer und schenkte ihm zwei Flaschen Wein
Der Erbentag als „Parlament“ des Deichverbandes Dormagen/Zons setzt sich mit den vielfältigen Aufgaben auseinander, die logischerweise den Deich im Verbandsgebiet betreffen. Auf der Tagesordnung des Gremiums stand in der jüngsten Sitzung einmal mehr ein Thema, mit dem sich der Deichverband und eben auch der Erbentag seit vielen Jahren und in der Zukunft beschäftigen müssen: die fehlerbehaftete Bauausführung in der Vergangenheit. Anschaulich wollte der Stürzelberger Horst Klopfer in der Bürgerfragestunde die Konsequenzen der Mängel aufzeigen, die er in Höhe Rheinkilometer 726 festgestellt hat: Er nagelte einen quasi „Pudding“ an ein Brett. Das Experiment klappte zwar nur bedingt, aber die später eingeblendeten Bilder über Bewuchs in Mauerspalten oder falsch verstandene Dehnfugen machten den Handlungsbedarf deutlich.

Nur: Den kennt der Erbentag schon lange, Gerichte beschäftigen sich mit der mangelhaften Sanierung vor über 25 Jahren. „Ich habe damals schon darauf hingewiesen, dass dort nicht nach anerkannten Regeln der Technik gearbeitet wurde“, betonte der stellvertretende Deichgräf Franz Josef Bauers. Im Beweisverfahren des Deichverbandes gegen CDM Consult Smith SE, Heijmanns Bau und Roskamp Ingenieur strebt der Verband einen Vergleich an, ein Betrag wurde der Gegenseite genannt. Die befindet sich aber „weiterhin in internen Gesprächen“, erklärte Deichgräf Peter-Olaf Hoffmann.

Den Nachbesserungsaufwand haben Sachverständige längst festgestellt. Hoffmann: „Wir sind gewarnt und überwachen alles bis aufs letzte i-Tüpfelchen.“ Offen ist weiterhin, wann mit der Sanierung und Erhöhung des rund 14 Kilometer langen Deiches begonnen werden kann - vor 2030 wird das kaum der Fall sein. Die vermutlichen Kosten werden auf 150 bis 220 Millionen Euro geschätzt, wobei mit einer Landesförderung in Höhe von 80 Prozent gerechnet wird.

Eine Danksagung gab es auch in der Sitzung: „Die Arbeit ist aufgrund der überbordenden Bürokratie sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig“, richtete Peter Olaf Hoffmann lobende Worte an seinen Vorgänger Joachim Fischer, der das Ehrenamt zehn Jahre lang ausübte.

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