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AKTUALISIERT Todesfall im Alloheim - Lage hat sich stabilisiert

27.06.2026 / 16:12 Uhr — Info Stadt / Dormago / duz

Foto: Dormago / duz Bürgermeister Erik Lierenfeld und der Leitende Notarzt Christoph Reichel vor dem Alloheim
Bürgermeister Erik Lierenfeld und der Leitende Notarzt Christoph Reichel vor dem Alloheim Die Feuerwehr bringt ihr Notstromaggregat zum Alloheim
Die Feuerwehr bringt ihr Notstromaggregat zum Alloheim
AKTUALISIERT 16 Uhr: Im Laufe des Tages ist eine weitere Bewohnerin der Einrichtung verstorben. Die Verstorbene wurde bereits im Vorfeld palliativmedizinisch betreut und befand sich im Erdgeschoss des Gebäudes, das nicht von den besonders hohen Temperaturen in den oberen Bereichen betroffen war.

Die Lage vor Ort hat sich inzwischen stabilisiert. Der zwischenzeitlich eingerichtete Krisenstab wurde wieder aufgelöst. Die weitere Koordination und Abarbeitung der Lage erfolgt nun im regulären Einsatz- und Verwaltungsbetrieb der zuständigen Stellen. Auch das eingerichtete Bürgertelefon ist nicht mehr aktiv. Die Stadt Dormagen dankt allen Einsatzkräften, Mitarbeitenden der Einrichtung sowie den unterstützenden Organisationen für ihren Einsatz.

AKTUALISIERUNG 15 Uhr: Die Zufahrtsstraßen zum Alloheim sind noch gesperrt. Damit soll gewährleistet werden, dass die Hilfsorganisationen ungestört ihren Dienst leisten und weitere Bewohner des Heimes, die Hilfe benötigen, verlegt werden können. Bis 15 Uhr wurden 16 Personen in Krankenhäuser gebracht und circa 30 in andere Einrichtungen. Bürgermeister Erik Lierenfeld, der heute Morgen um 6.20 Uhr von der Situation erfahren und bald danach den Krisenstab einberufen hatte, spricht von einer sehr guten Zusammenarbeit mit dem Betreiber des Alloheims. Der gesamte Einsatz erfolge so lange wie notwendig.

Nachdem das vorhandene Notstromaggregat nicht mehr ausreichend arbeitete, holte die Feuerwehr ihr eigenes. So kann dank der schnell von der Firma HELOT gelieferten Anlage kalte Luft in die Cafeteria des Heimes gepustet werden. Die Raumtemperatur wurde so um 10 Grad gesenkt. HELOT-Geschäftsführer Marius Stoffels „packte selbst vor Ort mit an“, sagt Lierenfeld. „Die Kühlungsmaßnahmen sind wirksam“, betont auch der Leitende Notarzt vom Rettungsdienst des Rhein-Kreises Neuss, Christoph Reichel. Im Regelfall reiche ein Rückzugsort, um sich abzukühlen. Aktuell sei die Lage stabil. Man gehe davon aus, dass der Betreiber ab Sonntag wieder den Regelbetrieb aufnehmen könne. Bis in die Abendstunden sollten die Temperaturen in den unteren Stockwerken so erträglich sind, dass die Bewohner - wenn sie körperlich fit sind - in ihre Zimmer zurückkehren könnten. Die Unterstützung durch Pflegepersonal sei gewährleistet. Sollte es in den oberen Stockwerken noch zu warm sein, würden im Erdgeschoss weitere Betten aufgestellt. Die Sporthalle an der Konrad-Adenauer-Straße wäre Plan B. Vorbereitungen als provisorische Notunterkunft sind eingeleitet.

Der Krisenstab hat aufgrund der andauernden Hitze Kontakt aufgenommen zu sämtlichen Senioreneinrichtungen in der Stadt. Lierenfeld: „Es wurde kein Bedarf angemeldet.“

Erste Mitteilung der Stadt
Nach einem Vorfall in einer Senioreneinrichtung an der Virchowstraße hat die Stadt Dormagen am heutigen Samstag, 27. Juni, um 6.30 Uhr ihren Krisenstab einberufen. In der Nacht gegen 0.15 Uhr verstarb ein Bewohner der Einrichtung. Darüber, ob ein Zusammenhang mit den hohen Temperaturen besteht, liegen keine Erkenntnisse vor. Da die Einsatzkräfte vor Ort hohe Temperaturen von teilweise mehr als 35 Grad Celsius im Gebäude festgestellt haben, wurden weitere Maßnahmen ergriffen. Für die 169 Bewohnerinnen und Bewohner hat der leitende Notarzt in Abstimmung mit der Heimleitung umfangreiche Schutzmaßnahmen veranlasst. Zehn Personen befinden sich derzeit in stationärer ärztlicher Behandlung.

Vor Ort wurde in der dortigen Cafeteria ein klimatisierter Notaufenthaltsraum eingerichtet, in dem die Bewohner vorübergehend betreut und versorgt werden können. Parallel werden externe Aufenthaltsmöglichkeiten vorbereitet, um mobile Heimbewohner gegebenenfalls temporär dort unterbringen zu können. Die vorübergehende Unterbringung erfolgt in enger Abstimmung zwischen den Einsatzkräften, der Stadt und dem Betreiber. Der Betreiber stellt hierfür zusätzlich mehrere Mitarbeiter zur Verfügung, die die Versorgung und Begleitung der Personen vor Ort sicherstellen. Der Krisenstab bewertet die Lage fortlaufend und prüft zudem vorsorglich, ob aufgrund der anhaltenden extremen Temperaturen weitere Senioreneinrichtungen im Stadtgebiet von ähnlichen Situationen betroffen sein könnten und ob dort zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden.

Für besorgte Angehörige hat die Stadt Dormagen ein Bürgertelefon eingerichtet. Dort werden Fragen zur aktuellen Lage beantwortet und Informationen zum weiteren Vorgehen bereitgestellt. Das Bürgertelefon ist unter der Telefonnummer 02133 257 5555 erreichbar.

Im Bereich der Virchowstraße und der angrenzenden Straßen kann es im Laufe des Tages zu Verkehrsbehinderungen und zeitweisen Straßensperrungen kommen. Die Stadt bittet alle Bürgerinnen und Bürger, den Bereich nach Möglichkeit zu meiden und den Einsatzkräften freie Zufahrtswege zu ermöglichen.

„Die anhaltende Hitze stellt insbesondere für ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen eine erhebliche Gefahr dar. Wir appellieren an alle, auf sich selbst und auf ihre Mitmenschen zu achten, ausreichend zu trinken und insbesondere alleinlebende Senioren im Blick zu behalten. Unser Dank gilt den Einsatzkräften und allen Beteiligten, die seit den frühen Morgenstunden alles dafür tun, die Situation bestmöglich zu bewältigen“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld.

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