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Maiempfang der SPD mit Ehrung und klaren Worten
26.05.2026 / 9:13 Uhr — Info / Dormago
Foto: Dormago / FB

Ehrung vor der Podiumsdiskussion, von links: Moderator Detlev Zenk, Kölns OB Torsten Burmester, die erfolgreichen Ringerinnen Lea Lingscheidt und Madina Bayramova sowie Bürgermeister Erik Lierenfeld
Besuch in der Tafel Dormagen, von links: Claudia Manousek, Matthias Junggeburth, Torsten Burmester und Erik Lierenfeld
Das Interesse war groß: Weit über hundert Gäste aus Vereinen, Unternehmen und Organisationen waren der Einladung der Sozialdemokraten zum Maiempfang im Bürgerhaus Horrem gefolgt. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Podiumsdiskussion mit Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld und dem Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester. Vor dem Start gab es eine spezielle Ehrung: Lea Lingscheidt und Madina Bayramova vom AC Ückerath und dem Bundesstützpunkt Ringen in Dormagen wurden für den Gewinn von Bronzemedaillen bei der U17-EM in Samokov (Bulgarien) von den beiden Bürgermeistern geehrt.
Ehrung vor der Podiumsdiskussion, von links: Moderator Detlev Zenk, Kölns OB Torsten Burmester, die erfolgreichen Ringerinnen Lea Lingscheidt und Madina Bayramova sowie Bürgermeister Erik Lierenfeld

Besuch in der Tafel Dormagen, von links: Claudia Manousek, Matthias Junggeburth, Torsten Burmester und Erik Lierenfeld
Beide Stadtchefs betonten die enge und wichtige Zusammenarbeit zwischen Dormagen und Köln – besonders mit Blick auf die Chemieindustrie. Der Chemiegürtel rund um Köln gehöre zu den bedeutendsten Wirtschaftsstandorten Nordrhein-Westfalens und sei von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Perspektive der gesamten Region. Torsten Burmester machte im Verlauf der Diskussion deutlich, dass Politik wieder stärker auf die Menschen zugehen müsse. Er erinnerte an seinen eigenen Lebensweg und an die 1970er Jahre, als er als erstes Kind seiner Familie das Abitur machte. Damals habe es aus seiner Sicht eine größere gesellschaftliche Durchlässigkeit gegeben. Heute sei es für Kinder aus Arbeiterfamilien deutlich schwieriger geworden, vergleichbare Bildungswege einzuschlagen.
Dieses Gefühl bestätigte Bürgermeister Erik Lierenfeld. Er betonte erneut, wie wichtig gleiche Startchancen für alle Kinder seien. Dabei verwies er auf das vor über 20 Jahren eingeführte Dormagener Modell zur frühen Förderung von Kindern, das vom damaligen Bürgermeister und heutigen Ehrenbürger Heinz Hilgers ins Leben gerufen wurde. Lierenfeld kündigte an, dieses Modell weiter auszubauen. Dies geschehe bereits mit der Reduzierung der Gruppengrößen in Kitas um 20 Prozent, damit Erzieherinnen und Erzieher mehr Zeit für einzelne Kinder haben und gleichzeitig die Belastung in den Einrichtungen sinke.
Auch beim Thema Ehrenamt waren sich beide Politiker einig. Burmester verwies auf einen gemeinsamen Besuch mit Erik Lierenfeld bei der Tafel Dormagen vor dem Maiempfang. Dort werde eindrucksvoll sichtbar, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sei. Burmester: „Die Ehrenamtler sorgen dafür, dass Menschen zusammenkommen und stärken den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“
Ein weiteres zentrales Thema der Diskussion war die Schnellbuslinie von Dormagen über Köln nach Brühl. Für viele Pendler sei diese Verbindung ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs. Erik Lierenfeld setzt sich bereits seit der Kommunalwahl intensiv für den Erhalt und Ausbau der Linie ein. Torsten Burmester unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Angebots, verwies aber auch auf die schwierige Haushaltslage der Stadt Köln. Der gesamte öffentliche Personennahverkehr werde derzeit überprüft. Lierenfeld machte deutlich, dass er die finanziellen Probleme kenne, gleichzeitig aber weiterhin mit Nachdruck für die Schnellbuslinie kämpfen werde. Großen Raum nahm außerdem die Olympia-Bewerbung der Region ein. Köln soll dabei als Leuchtturmstadt fungieren, gleichzeitig sei die Bewerbung jedoch ausdrücklich als gemeinsames Projekt der gesamten Region gedacht. In diesem Zusammenhang wurde auch über den Wildwasserpark gesprochen, der das Angebot im Bereich des Straberger Sees ergänzen soll.
Für Burmester, ehemals Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sport-Bundes, ist Nachhaltigkeit das zentrale Leitmotiv der Bewerbung. Neue Sportstätten sollen möglichst vermieden werden. Wo Neubauten nötig seien, müssten diese langfristig sinnvoll nachgenutzt werden können. Als Beispiel nannte er die geplanten Schwimmwettbewerbe in der Arena auf Schalke, wo ein temporäres Schwimmbecken entstehen soll. Ebenso sei im neuen Kölner Stadtteil Kreuzfeld ein temporäres Stadion geplant, das nach den Spielen in Wohnraum umgewandelt werden könnte. Ein großer Vorteil der Olympia-Bewerbung sei zudem, dass erhebliche Infrastrukturmittel des Bundes in die Region fließen könnten. Die endgültige Entscheidung über die Bewerbung fällt am 26. September.
Im Anschluss stellten sich Burmester und Lierenfeld zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Carsten Müller, der Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Dormagen, zog am Ende des Abends ein positives Fazit und dankte allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung. Sein besonderer Dank galt den Gästen, den Helferinnen und Helfern, Detlev Zenk für die souveräne Moderation, Julian Adler und Jan Lammert für die musikalische Begleitung sowie Erik Lierenfeld und Torsten Burmester für die engagierte Diskussion und den offenen Austausch.

