DORMAGO-Archiv

Suchergebnis

Breathwork: Atemtechniken zur Emotionsverarbeitung

21.04.2026 / 8:00 Uhr — Dormago - bs

Foto: privat Breathwork- und Meditationscoach Tevo Stephan
Breathwork- und Meditationscoach Tevo Stephan
Tevo, den viele als Musiker oder Fotograf kennen, wirkt im Gespräch ruhig, offen und präsent. Ein ausgeglichener Eindruck, der nicht selbstverständlich ist – denn hinter dem 48-jährigen Dormagener liegt eine mehrjährige persönliche und depressive Krise. Heute arbeitet der gelernte Hörgeräteakustiker und Tontechniker als Fotograf und Kameramann (vito-photography.de) und gibt als Meditations- und Breathwork-Trainer sein Wissen weiter.

Erste Erfahrungen mit Breathwork machte Tevo während eines Aufenthalts in Portugal. Breathwork ist ein Sammelbegriff für verschiedene Atemtechniken. Einige davon lassen sich gezielt einsetzen, um unverarbeitete Emotionen aus der Vergangenheit zu wandeln, die im Alltag immer noch belasten. Dazu zählen zum Beispiel Wut, Scham, Trauer oder Angst. Mit bestimmten Atemtechniken kann ein veränderter Bewusstseinszustand erreicht werden, der den Zugang zu diesen alten Emotionen erleichtert und ihre Verarbeitung unterstützt.

„Allein durch den Atem in einen Zustand zu gelangen, in dem man an alte Emotionen herankommt, war für mich ein entscheidender Wendepunkt“, sagt Tevo. In Kombination mit Meditation und weiteren Methoden habe sich sein Umgang mit inneren Belastungen grundlegend verändert.

Alle Wirkmechanismen von Breathwork sind wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch Studien, die zeigen, dass bestimmte Atemtechniken Stress reduzieren und das emotionale Wohlbefinden steigern können. Wichtig: Breathwork ist kein Ersatz für eine notwendige therapeutische Behandlung.

Tevo hat 2025 eine Ausbildung zum Meditations- und Breathwork-Coach abgeschlossen und bildet sich aktuell in EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) weiter, einer evidenzbasierten Methode aus der Traumatherapie. EMDR setzt gezielt am Ursprung von Triggern an. Belastende oder traumatische Erfahrungen sowie Ängste können dazu führen, dass sich Menschen im Alltag getriggert und unwohl fühlen – etwa ängstlich, unzulänglich oder überfordert –, ohne den genauen Auslöser benennen zu können. „EMDR bringt oft Licht ins Dunkel und hilft, belastende Emotionen und Erinnerungen neu zu verarbeiten, damit man im Jetzt besser damit leben kann“, erklärt Tevo.

Im Zentrum seiner Arbeit steht für Tevo ein klarer Ansatz: „Du kannst die Vergangenheit nicht ändern. Aber du kannst ändern, wie du mit ihr lebst.“ Sein Ziel sei es, Menschen Wege aufzuzeigen, belastende Erfahrungen aus der Vergangenheit zu wandeln und anders damit umzugehen. „Ich möchte anderen helfen, ihre alten Wunden nicht weiter in die Zukunft mittragen zu müssen.“

Sein früheres Tonstudio hat Tevo inzwischen zu einem gemütlichen und geschützten Raum für Meditation und Breathwork umgebaut. Dort bietet er Sessions an – mit wachsender Resonanz. Gleichzeitig sieht er Aufklärungsbedarf: „Hätte ich dieses Wissen vor 20 Jahren gehabt, hätte es mir viel Leid erspart.“ Breathwork und EMDR seien vielen noch nicht bekannt. Wer neugierig geworden ist, findet auf seiner Website (tevo-stephan.com) weitere Informationen und die Möglichkeit, es selbst auszuprobieren.

Auf FB Teilen E-Mail Drucker Zurück