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„Die Patienten schätzen ihre Apotheken vor Ort“
07.04.2026 / 11:24 Uhr — Info Dormago / duz
Kurz vor Ostern nahmen Apothekerinnen und Apotheker aus Neuss, Grevenbroich und Dormagen an einer Lokalanhörung teil. Erstmals zu diesem Format eingeladen hatte Carl-Philipp Sassenrath: „Mit der Lokalanhörung möchte ich den Praxistest vor Ort machen,“ sagte der Bundestagsabgeordnete der CDU.Aktueller Anlass ist ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung, der derzeit im Bundestag beraten wird. Einen Bericht zum Stand der Verhandlungen innerhalb der Koalition gab der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Gesundheit, Dr. Georg Kippels. Er hob die zentrale Rolle der Apotheken für die wohnortnahe und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung hervor und sprach sich dafür aus, praktikable Lösungen zu finden, die „die Apotheken vor Ort stärken und gleichzeitig die Belastungen für die Beitragszahler im Blick behalten.“
Zu vernehmen war seitens der Teilnehmer, dass die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe sehr angespannt sei und die Zahl der Apotheken seit Jahren zurückgehe. Dies könne langfristig die Versorgungssicherheit gefährden, zumal sie verpflichtet seien, Medikamente in bestimmten Mengen vorrätig zu lagern. Die Apotheker berichteten von ihrem Berufsalltag, in dem sie oftmals kostenintensive Maßnahmen umsetzen müssen.
Eindrucksvolles Beispiel dafür sei die lückenlose Einhaltung von Kühlketten für temperaturempfindliche Medikamente, auch wenn diese per Boten zu den Kunden transportiert werden. Anders als bei Versandapotheken sei bei der Zustellung der Medikamente durch eine örtliche Apotheke die Nachverfolgung der Kühlung jederzeit möglich. Für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation sei die im Koalitionsvertrag angekündigte Erhöhung des Fixums, das sie für die Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erhalten, von 8,35 auf 9,50 Euro unverzichtbar. Dies wurde seit 13 Jahren nicht angehoben und sei entscheidend für die Kostendeckung bei Miete, Personal oder Energie.
Dr. Samina Rasch, niedergelassene Ärztin und Gesundheitspolitikerin der Neusser CDU, betonte die große Bedeutung der örtlichen Apotheker, mit denen sie oftmals im direkten Austausch stehe, wenn es um ihre Patienten gehe. Rasch regte die Bildung von Netzwerken an - gerade auch im Hinblick auf die große Zahl älterer Menschen - in denen Ärzte, Apotheker, Physiotherapeuten und Pflegekräfte eng zusammenarbeiten.
„Die Patienten schätzen ihre Apotheken vor Ort, ob im Notdienst, bei akuten Beschwerden oder für die individuelle Beratung“, erklärte Sassenrath. Er begrüßte, dass „Apotheken nach dem aktuellen Gesetzentwurf mehr Eigenverantwortung erhalten und eine stärkere Rolle beispielsweise bei der Prävention spielen sollen.“

