DORMAGO-Archiv
Suchergebnis
Ein Schlüsselanhänger gegen stundenlanges Scrollen
04.04.2026 / 9:25 Uhr — Info Dormago / duz
Drei Stunden und 19 Minuten - so lange sind junge Erwachsene durchschnittlich auf Social Media unterwegs - pro Tag. Ein Großteil dieser Zeit geht für unbewusstes Scrollen drauf – eine pure Gewohnheit. Vielen Nutzern ist das bewusst. Sie wollen sogar weniger Zeit auf Social Media verbringen, schaffen es aber nicht. Und genau hier will Amba ansetzen. Das Start Up haben zwei 27 Jahre alte Männer gegründet: der gebürtige Dormagener Yves Maurice Clever und der aus Recklinghausen stammende Bastian Fischer. Beide leben inzwischen in Köln.Statt weitere Regeln oder Zeitlimits einzuführen, verfolgt Amba das Ziel, vor der Social Media Nutzung einen bewussten Moment zu schaffen. Um die Apps zu öffnen, bedarf es eines physischen Schlüsselanhängers, der als Zugang dient. Dieser kurze Moment – das Herausholen des Anhängers – gibt den Amba-Nutzern die Möglichkeit, aus einer unbewussten eine bewusste Entscheidung zu machen: Will ich die App wirklich öffnen oder nicht? Entscheiden sich die Kunden für eine Nutzung, müssen sie in einem zweiten Schritt festlegen, wie viel Zeit sie auf der App verbringen wollen.
Mit der Produktentwicklung hat das Duo im Sommer vergangenen Jahres begonnen, der „Geist von Amba“ entstand allerdings schon lange zuvor: „Über Jahre hinweg haben wir selbst verschiedene Lösungen getestet, um unseren eigenen Social Media-Konsum besser zu kontrollieren“, sagt Yves Maurice Clever.
Sie mussten feststellen, dass das Grundproblem immer dasselbe war: Die meisten Anwendungen ließen sich mit ein bis zwei Klicks umgehen. Die Apps stellten also kaum eine Hürde dar, um den Konsum bewusster zu gestalten. Bastian Fischer: „Für uns ist entscheidend: Wer Social Media nutzen möchte, soll dies natürlich weiterhin tun können – aber nicht aus Gewohnheit oder aus dem Impuls heraus.“
Bewusster in Netzwerken aktiv sein
Der Fokus liegt bei Amba auf Selbstbestimmung. Erste Befragungen zeigen, dass genau dieser Ansatz angenommen werde: Amba-Nutzer seien natürlich weiter in sozialen Netzwerken aktiv, „aber deutlich bewusster.“ Im Durchschnitt verbringen sie nur noch 49 Minuten pro Tag auf TikTok, Instagram und Co, hat Amba festgestellt. Da die Social Media-Nutzung bei 30- bis 49-Jährigen sowie bei 50- bis 69-Jährigen ebenfalls steige, richtet sich Amba nicht nur an junge Erwachsene, sondern an alle Menschen, die ihre Zeit auf Social Media bewusster gestalten möchten.
Für das Amba-Team steht fest: „Langfristig sehen wir Amba als konstruktiven Lösungsansatz für ein Problem, das alle Altersgruppen betrifft, und als Werkzeug für einen reflektierten digitalen Alltag: Social Media ist Teil unseres Lebens – mit Amba treffen wir bei der Nutzung von Apps bewusstere und bestimmtere Entscheidungen.“ Aktuell ist das Angebot nur für Apple verfügbar. „Wir arbeiten aber gerade daran, es auch für Android auszurollen“, kündigt Clever an.
Was macht Amba anders?
Ambas strikter Ansatz ist seine Stärke, betont das Unternehmen. Es gibt keine Workarounds, keine „nur diese einmal“ -Tasten und keine Möglichkeit, das System zu betrügen. Diese absichtliche Reibung kann dabei helfen, bessere digitale Gewohnheiten aufzubauen: Jedes Mal, wenn jemand auf blockierte Inhalte zugreifen möchte, muss er physisch mit seinem Amba-Tag interagieren.
Die Kosten
Das Tag kostet 1 Euro (zzgl. Versand). In-App bietet Amba eine kostenlose Testversion an – danach gibt es flexible Zahlungsoptionen, die bei 2,99 Euro pro Monat, 19,99 Euro pro Jahr oder 59,99 Euro für eine lebenslange Lizenz beginnen.
Weitere Informationen auf www.openamba.app


