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Im Mittelpunkt von Stopps Schaffen steht der Mensch
03.04.2026 / 14:11 Uhr — Info Dormago / duz
Der Kreuzgang des Missionshauses Knechtsteden präsentiert eine umfassende Ausstellung zum Werk des Spiritanerbruders und Künstlers Johannes Chrysostomus Stopp (1903 -1979). Sie wurde von Pater Konrad Breidenbach und Roswitha Neumann gestaltet. Die Ausstellung gibt einen eindrucksvollen Einblick in das außergewöhnliche Leben und Schaffen eines Ordensmannes, der trotz schwerer Krankheit und jahrzehntelanger künstlerischer Zurückhaltung ein bemerkenswert eigenständiges Werk entwickelte.Johann Josef Stopp wurde am 13. Februar 1903 in St. Ingbert an der Saar geboren. Bereits im Alter von drei Jahren erlitt er durch einen schweren Sturz eine Gehirnverletzung, die später zur Parkinson-Erkrankung führte – eine Krankheit, die sein Leben und Arbeiten dauerhaft begleiten sollte. Bereits als Jugendlicher hatte Stopp Zeichenunterricht erhalten und begann eine Ausbildung im Malerhandwerk. Nach Studien an der Kunstgewerbeschule München und der Kunstakademie Düsseldorf entwickelte er zunächst eine realistische Bildsprache mit frühen expressionistischen Einflüssen. 1928 trat Stopp der Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist (Spiritaner) bei und nahm zwei Jahre später den Ordensnamen Bruder Johannes Chrysostomus Stopp, CSSp, an.
Die folgenden Jahrzehnte waren vor allem von praktischen Aufgaben innerhalb der Ordensgemeinschaft geprägt – als Pförtner, Krankenpfleger, Maurer und Anstreicher. Seine künstlerischen Fähigkeiten blieben lange Zeit weitgehend unbeachtet. Erst Ende der 1950er Jahre erhielt Bruder Chrysostomus die Möglichkeit, wieder intensiver künstlerisch zu arbeiten. Auf dem Dachboden einer ehemaligen Mehlkammer in Knechtsteden richtete er sich ein Atelier ein. Trotz der fortschreitenden Parkinson-Erkrankung – oft musste er beim Zeichnen seine rechte Hand mit der linken stabilisieren – begann die produktivste Phase seines Schaffens, die er selbst als „Wiederbelebung“ bezeichnete.
Spontane Ausdrucksform innerer Erfahrungen
Sein Werk entwickelte sich in dieser Zeit von einer realistischen Darstellung hin zu einer freien, stark expressionistischen Bildsprache. Inspirationen aus Kubismus, Surrealismus und Dadaismus verschmolzen mit einem sehr persönlichen Ausdruck. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht der Mensch: Clowns, Arbeiter, Heilige, Karikaturen, Selbstporträts und verzerrte Gesichter spiegeln menschliche Emotionen zwischen Freude, Leid, Ironie und Spiritualität wider. Stopp verstand seine Kunst als spontane Ausdrucksform innerer Erfahrungen. Er sprach selbst davon, mit seiner Malerei sichtbar zu machen, „was man in seinem Inneren mit sich herumträgt.“ Seine Arbeiten bezeichnete er selbst als „Freimalen“. Neben Malerei und Graphik schuf Bruder Chrysostomus auch Bronzeplastiken, Glasfenster und sakrale Raumgestaltungen.
Die Ausstellung im Kreuzgang des Missionshauses Knechtsteden würdigt das vielseitige Werk dieses außergewöhnlichen Künstlers und Ordensmannes. Gezeigt werden Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und plastische Arbeiten, die einen Überblick über seine künstlerische Entwicklung geben – von frühen realistischen Studien bis zu den expressiven und experimentellen Arbeiten seiner späten Jahre.
Die feierliche Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, 17. April, um 18 Uhr statt.
Ort: Klosterbibliothek Knechtsteden (Eingang durch die Basilika)
Die Ausstellung ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.


