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Dormagener Platz wird den Namen von Margot Friedländer tragen
30.03.2026 / 7:46 Uhr — Dormago / duz
Der erste Margot-Friedländer-Platz wurde am 5. November 2025 in Menden eingeweiht. Auch in Dormagen wird in absehbarer Zeit ein Platz den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer tragen: Der Dormagener Stadtrat stimmte am Donnerstag für die entsprechende Benennung des Platzes an der Bahnhofstraße, Höhe Gneisenaustraße.Heinz Pankalla, Dormagens ehemaliger Stadtarchivar, hatte zuvor seinen Bürgerantrag begründet: „Angesichts des Todes von Margot Friedländer, die sich über lange Jahre bis in ihr hohes Alter von 103 Jahren für Verständigung und Aufklärung eingesetzt hat, wäre es ein wichtiges Signal, eine Straße oder einen Platz in Dormagen, möglichst in exponierter Lage, nach ihr zu benennen.“ Für die Notwendigkeit, ein solches Zeichen zu setzen, spreche auch „der in Deutschland zunehmende Antisemitismus.“ Es müsse in diesem Fall nicht lange recherchiert werden: „Das fand schon anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Margot Friedländer statt.“
Kreisarchivar Dr. Stephen Schröder hatte in seiner Stellungnahme zum Bürgerantrag festgestellt: „Das außergewöhnliche Leben von Margot Friedländer ... ist geeignet, durch eine entsprechende Benennung sichtbar gewürdigt zu werden. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an ihr Eintreten für Versöhnung und ihre Warnungen vor dem Antisemitismus, aber auch an die bemerkenswerte Tatsache, dass sie als 21-jährige Frau ohne Mutter und Bruder 15 Monate im Berliner Untergrund ge- und überlebt hat, ehe sie verraten und nach Theresienstadt deportiert worden ist.“
Wann genau die förmliche Einweihung des Platzes stattfindet, ist noch offen und hängt auch vom Zeitpunkt der geplanten Umgestaltung der Fläche ab. Der Gneisenauplatz soll sich laut Plan zu einem klimaresilienten Stadtraum mit Modellcharakter für weitere Maßnahmen im Stadtgebiet entwickeln. Einzelne Bausteine wirken demnach positiv für den Klimaschutz, insbesondere durch die Förderung klimafreundlicher Mobilität mittels zusätzlicher Fahrradabstellanlagen und E-Ladeinfrastruktur. Neben den unmittelbar technischen Maßnahmen umfasst das Projekt gezielte qualitative Aufwertungen des Stadtraums. Hierzu zählen ein Quartierstisch als sozialer Treffpunkt, ein öffentlicher Trinkwasserbrunnen, eine Infostele zur Sichtbarmachung der umgesetzten Maßnahmen sowie eine teilweise Erneuerung und Aufwertung der Beleuchtung. Der Trinkwasserbrunnen soll zugleich eine konkrete Maßnahme der Hitzevorsorge darstellen.

