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Schutz vor Internetbetrug: Tipps der Verbraucherzentrale

23.03.2026 / 11:13 Uhr — Info Dormago - bs

Es kann im E-Mail-Postfach passieren, bei der Abwicklung eines Privatverkaufs auf einer Onlineplattform oder in einer Chatgruppe: Das Risiko, Opfer einer Betrugsmasche im Internet zu werden, ist groß. Immer wieder melden sich Menschen in der Beratungsstelle Dormagen, die Geld verloren oder unbeabsichtigt Daten weitergegeben haben. Der Schaden ist immens, denn verloren ist nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen. Online-Betrügerinnen und Betrüger setzen auf wiederkehrende Muster der Beeinflussung wie emotionale Überrumpelung, gut gemachte Fälschungen und psychologische Beeinflussung.

„Alleine bei den E-Mails wurden uns im Jahr 2025 mehr als 382.000 Verdachtsfälle über das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW gemeldet“, sagt Ralf Eming, Leiter der Beratungsstelle Dormagen. „Um Verbraucherinnen und Verbraucher vor Finanzbetrug zu schützen, klären wir im Rahmen unserer Aktion zum Weltverbrauchertag auf, sensibilisieren und geben konkrete Hilfestellung.“

Phishing: Warnsignale erkennen
Besonders verbreitet ist das sogenannte Phishing: Dabei werden beispielsweise massenhaft E-Mails mit gefährlichen Links oder Anhängen verschickt, im Namen bekannter Institutionen wie großer Banken, Onlinehändler oder Telekommunikationsanbieter. Die Betrüger:innen nutzen aber auch andere Mittel wie SMS, Briefe oder gefälschte QR-Codes. Meist wird Handlungsdruck suggeriert, man soll Kontaktdaten bestätigen, Links anklicken oder Dateien öffnen. Ziel sind stets die persönlichen Daten und Zugangsinformationen zu Konten und Handys. So waren von einem gekaperten Handy ohne Wissen der Besitzerin innerhalb von 3 Tagen fast 9.000 SMS versendet worden. In einem anderen Fall lag eine Telefonrechnung wegen solcher SMS bei knapp 3.900 Euro.

„Wir haben in diesen Fällen eine deutliche Senkung der Forderungen erreicht. Aber die Telefonanbieter sträuben sich oft dagegen und sehen das Verschulden eher bei ihren Kunden“, ergänzt Ralf Eming. Um zu prüfen, ob tatsächlich jemand rechtmäßig Informationen oder Geld anfordert, sollte man sich nicht unter Druck setzen und den angeblichen Absender jenseits der Mail über die offizielle Webseite oder Telefonnummer des Unternehmens kontaktieren.

Anlagebetrug: Ganz persönliche Gewinnversprechen
Aktuell machen längerfristig angelegte Täuschungsstrategien in Chatgruppen Schlagzeilen. Vermeintliche Finanzberater:innen oder Anlagefirmen kontaktieren Betroffene telefonisch, über soziale Netzwerke oder Werbeanzeigen. Gefälschte Aussagen von Tech-Milliardären, Politiker:innen oder Prominenten werden als Lockmittel eingesetzt. Sie werben für angeblich sehr lukrative Investitionen mit schnellen Gewinnen – oft in Kryptowährungen oder innovative Technologien – und bauen über Wochen oder Monate Vertrauen auf. Opfer sehen auf einer nur zu dem betrügerischen Zweck eingerichteten Plattform zunächst scheinbare Gewinne. Doch sobald sie größere Summen investieren oder eine Auszahlung verlangen, bricht der Kontakt ab und das Geld ist verschwunden. Die Auswirkungen sind oft dramatisch, wie Ralf Eming verdeutlicht: „Die Betroffenen investieren oft ihre gesamte Altersvorsorge oder nehmen dafür sogar Kredite auf. Übereilte Entscheidungen können hier Existenzen zerstören.“

Richtig reagieren im Schadensfall
Was tun, wenn Unbekannte Zugang zum Konto hatten? Betroffene sollten ihr Konto beziehungsweise die Karte sofort sperren lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen. Bei nicht autorisierten Überweisungen muss die Empfängerbank informiert und die Erstattung schriftlich bei der eigenen Bank eingefordert werden. Banken sind grundsätzlich verpflichtet, nicht autorisierte Zahlungen zu erstatten. Häufig ist aber strittig, ob die Kund:innen sich gegebenenfalls grob fahrlässig verhalten haben. Wenn die Bank die Erstattung verweigert, sollte man eine Schlichtungsstelle einschalten oder rechtliche Schritte über die Verbraucherzentrale NRW bzw. mit einem Anwalt prüfen.

„Wegen dieser Schwierigkeiten ist Vorbeugung so wichtig“, betont Luise Vier, die Verbraucherberaterin in der Dormagener Beratungsstelle. Dafür bietet die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Sonderseite https://www .verbraucherzentrale.nrw/finanzbetrug viele Hilfsmittel, zum Beispiel einen Notfallcheck Internetkriminalität, Hintergrund-Infos zu Phishing und Trading-Plattformen sowie die Online-Tools „Fake-Check Geldanlage“ und „Fakeshop-Finder“.

Für weitere Informationen
Verbraucherzentrale NRW e.V.
Beratungsstelle Dormagen
Ralf Eming | Leitung
Kölner Straße 126, 41539 Dormagen
T 0211 91380 3401
dormagen@verbraucherzentrale.nrw
www.verbraucherzentrale.nrw

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