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Gesamtkriminalität sinkt in Dormagen am stärksten

03.03.2026 / 17:27 Uhr — Dormago / duz

Foto: Dormago / duz Landrätin Katharina Reinhold stellte die Kriminalitätsentwicklung zusammen mit Christian Kampa (rechts, Leiter der Direktion Kriminalität) und Georg Lehnen (Abteilungsleiter Polizei) vor
Landrätin Katharina Reinhold stellte die Kriminalitätsentwicklung zusammen mit Christian Kampa (rechts, Leiter der Direktion Kriminalität) und Georg Lehnen (Abteilungsleiter Polizei) vor
Rhein-Kreis Neuss / Dormagen. Wenn die Entwicklung der Kriminalität genauer unter die Lupe genommen wird, dann verkünden die Verantwortlichen am liebsten einen Rückgang der offiziellen Zahlen. Blickt man auf die Statistiken, dann war der gestrige 2. März so etwas wie ein Feiertag für die Polizei: In Nordrhein-Westfalen wurden im vergangenen Jahr rund 1,36 Millionen Straftaten (2024: 1,4 Millionen) erfasst. Das ist ein Rückgang um drei Prozent zum Vorjahr (-41.680). Das kann der Rhein-Kreis Neuss deutlich toppen: In 2025 wurden im Kreisgebiet insgesamt 28.790 Straftaten registriert - eine Abnahme um exakt 2164 Fälle. Im Vergleich zu 2024 bedeutet dies einen Rückgang von sogar sieben Prozent. Aber jetzt kommt Dormagen: Die Gesamtkriminalität in der Stadt mit 3525 Straftaten sank gegenüber 2024 um 17,3 Prozent (!) und damit am stärksten im Kreisvergleich.

Die Bewertung von Landrätin Katharina Reinhold bei ihrer ersten Vorstellung des Kriminalitätslagebildes: „Auch in 2025 lebten die Bürger im Rhein-Kreis Neuss sicher. Es konnte erneut mehr als jede zweite Straftat aufgeklärt werden.“ Doch Reinhold weiß auch, dass die Daten und Fakten „stellvertretend für Einzelerlebnisse stehen, die die Menschen teils noch lange nach der Tat beschäftigen und belasten. Wir setzen daher alles daran, Täter zu ermitteln und sie der Justiz zu übergeben.“

Die Aufklärungsquote liegt im gesamten Kreis bei 53,7 Prozent und ist damit weiterhin hoch. Dabei schwanken die Zahlen naturgemäß: Groß ist die Aufklärung mit über 80 Prozent bei der Gewaltkriminalität. Anders sieht es etwa bei Diebstahlsdelikten oder Einbrüchen aus. „Da ist noch Luft nach oben“, sieht Christian Kampa, Direktionsleiter Kriminalität. Er weist auf die Bedeutung der Vorbeugung hin, etwa um Diebstähle aus Fahrzeugen zu verhindern: „Gegenstände, auch solche von geringem Wert, sollten nicht offen sichtbar im Fahrzeug zurückgelassen werden. Und oft wird den Tätern die Arbeit einfach gemacht, weil die Tür gar nicht verschlossen war.“

Die wichtigsten Zahlen für Dormagen
Die Gesamtkriminalität in Dormagen sank deutlich (- 17,3 Prozent) – am stärksten im Kreisvergleich – und erreichte damit einen der niedrigsten Werte der letzten zehn Jahre. Die Aufklärungsquote stieg leicht an. Diebstahlsdelikte bilden mit 34,3 Prozent den größten Anteil an der Gesamtkriminalität, gefolgt von sonstigen Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (23,6 Prozent), Rohheitsdelikte machten 18,8 Prozent aus.

Der Betrug ging im Berichtsjahr zurück (- 459 Fälle, - 48,4 Prozent), ebenso Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen (- 99 Fälle, - 33,6 Prozent). Die Fallzahlen bei Sachbeschädigung (+ 60 Fälle, + 18,6 Prozent) und Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln (+ 42 Fälle, + 53,2 Prozent) stiegen an.

Im Berichtsjahr sank die Gewaltkriminalität um 4,4 Prozent (-6 Fälle). Die Aufklärungsquote blieb auf Vorjahresniveau (über 86 Prozent). Die Zahl der Fälle (814) in der Straßenkriminalität blieb auf Vorjahresniveau. Die Aufklärungsquote sank leicht, auf 14,9 Prozent.

Es wurden 8,2 Prozent weniger Diebstahlsdelikte verzeichnet (-108 Fälle). Das ist der deutlichste Rückgang im Kreisvergleich. Die Aufklärungsquote blieb auf dem Niveau von 2024 (knapp über 20 Prozent). Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle stieg knapp um 4,8 Prozent (5 Fälle). Die Aufklärungsquote blieb auf Vorjahresniveau. In 41,3 Prozent der Fälle blieb es beim Versuch.

Bei gesunkener Fallzahl (- 8,7 Prozent, 126 Fälle) sank die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen auf 3,2 Prozent - die geringste Quote für Dormagen in den letzten zehn Jahren. Dormagen hatte 2025 freilich die wenigsten Fahrraddiebstähle im Zehnjahresvergleich. Der Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen sank um 33,6 Prozent und damit stärker als im übrigen Kreisgebiet. Die Aufklärungsquote sank auf 6,6 Prozent. Beim Diebstahl von Kfz verdoppelten sich die Fälle auf 20 Taten, 10 Prozent der Delikte wurden aufgeklärt. Der Diebstahl von Krafträdern stieg deutlich an (+ 96 Prozent) und erreichte mit 49 Fällen den höchsten Wert in Dormagen seit zehn Jahren. Die Aufklärungsquote stieg auf 8,2 Prozent.

Im Jahr 2025 sanken die Betrugsdelikte um 48,4 Prozent (490 Fälle), mehr als in allen anderen Teilen des Rhein-Kreises Neuss. Die Aufklärungsquote konnte auf 60,2 Prozent gesteigert werden.

Die Zahl der Rauschgiftdelikte sank um 63,4 Prozent auf 49 Taten, das ist der stärkste Rückgang im Rhein-Kreis Neuss und die niedrigste Zahl für Dormagen in den letzten zehn Jahren. Die meisten Fälle machten Rauschgiftdelikte mit Cannabis und seinen Zubereitungen sowie Kokain einschließlich Crack aus (je 11 Fälle).

Der Anteil der Personen unter 21 Jahren an den ermittelten Tatverdächtigen steigerte sich um einen Prozentpunkt auf 21,3. Das entspricht 326 Personen, hiervon waren 76,4 Prozent männlich und 23,6 weiblich. Diese Verteilung entspricht exakt der unter allen Tatverdächtigen. Innerhalb der Gruppe der unter 21-Jährigen stieg der Anteil der Kinder (8 bis 13 Jahre) auf 24,8 Prozent an. Der Anteil der Jugendlichen (14 bis 17 Jahre) sank hingegen auf 40,2 Prozent, ebenfalls der Anteil der Heranwachsenden (18 bis 20 Jahre) auf 35 Prozent.

Info
Zur Gewaltkriminalität gehören die Delikte Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung und besonders schwere Fälle der sexuellen Nötigung, Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer, Körperverletzung mit Todesfolge, gefährliche und schwere Körperverletzung, Verstümmelung weiblicher Genitalien, erpresserischer Menschenraub, Geiselnahme und Angriff auf den Luft- und Seeverkehr. Die Körperverletzung gemäß Paragraf 223 StGB zählt nicht zu den Gewaltdelikten.

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