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„Muskeln bleiben trainierbar - ein Leben lang“

10.02.2026 / 14:52 Uhr — Info Dormago / duz

Foto: privat Interessanter Abend mit, von links: Niels Nagel, Eric Molkenboer, Vanessa Misch und Henning Langwara
Interessanter Abend mit, von links: Niels Nagel, Eric Molkenboer, Vanessa Misch und Henning Langwara
Eine gelungene Premiere: Der AC Ückerath und das Meditrain Gesundheitszentrum veranstalteten einen Vortragsabend mit Diskussion unter dem Motto „Fit bis ins hohe Alter“ - und über hundert Interessierte kamen in die Mensa der BvS-Gesamtschule. Mit Dr. med. Henning Langwara, 20 Jahre lang Chefarzt des Dormagener Rheinland Klinikums für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie; Dr. Sportwiss. Niels Nagel vom Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation an der Sporthochschule Köln, Physiotherapeut Eric Molkenboer, Geschäftsführer Meditrain Gesundheitszentrum sowie Gesundheits­psychologin Vanessa Misch informierten vier Fachleute verständlich und gaben Tipps zum Thema.

Deutlich wurde Niels Nagel gleich zu Beginn des Abends: „Muskeln sind die Basis der Lebensqualität. Unser Leben wird nicht schwerer, weil wir alt werden, sondern schwächer aufgrund schwindender Muskulatur.“ Der fortschreitende Verlust von Muskelmasse und -funktion, bekannt als Sarkopenie, führt zu eingeschränkter Mobilität, erhöhter Sturzgefahr und Pflegebedürftigkeit. Das wiederum müsse nicht sein, denn „Muskeln bleiben trainierbar. Ein Leben lang.“ Mit anderen Worten des Referenten: „Turne bis zur Urne.“ Man müsse kein Arnold Schwarzenegger werden, aber „schonen Sie sich nicht. Der Muskel darf durchaus brennen“, erklärte Nagel.

Muskulatur sieht auch Eric Molkenboer als „Gamechanger“. Regelmäßige Bewegung trage dazu bei, die entzündungshemmende Wirkung der Botenstoff Myokine zu nutzen. So könne sich der Körper selbst reparieren. Die Aufforderung von Molkenboer: „Selbstverantwortung statt Schuldzuweisung.“ Ein spürbares Ergebnis von Training: „Sie schlafen besser.“ Jeder habe mehr Einfluss auf seine Gesundheit, als er denkt. Und das gelte eben nicht nur für junge Menschen.

Viele haben längst die Absicht etwas zu tun, können sich aber nicht überwinden. Wie kann man den „inneren Schweinehund“ überwinden, fragte Moderator Detlev Zenk die Gesundheitspsychologin Vanessa Misch. Mentale Hürden stehen oft im Weg, Emotionen, Gewohnheiten und auch innere Bewertungen. Deshalb müsse Bewegung positiv verknüpft werden: „Motivation und Disziplin führen langfristig zum Erfolg.“ Darüber müsse man sich klar sein: „Ich kann etwas bewirken. Kleine Schritte erzeugen Vertrauen, Überforderung zerstört Motivation.“ Training dürfe nicht als Selbstoptimierung verstanden werden, sondern als Selbstfürsorge.

Das Leben müsse man vom Ende her denken, weiß Henning Langwara. Dann kommen viele zu der Erkenntnis: „Ich hätte mich mehr um meine Gesundheit kümmern sollen.“ Schon mit 40 fange der Körper an zu flüstern, aber „wir hören nicht zu.“ Ohne Reaktion komme irgendwann der Schmerz. „Aber müssen wir den wirklich abwarten?“ Über Krafttraining hinaus warb der ehemalige Chefarzt am Rheinland-Klinikum dafür, bestimmte Glaubenssätze über Bord zu werfen. „Wir denken viel zu viel in Krankheit. Statt vom Krankheitsbild sollten wir besser vom Gesundheitsbild sprechen. Die Identifikation mit Krankheiten muss raus.“

Die nächste interessante Veranstaltung zum Thema findet heute Abend im Meditrain Nievenheim unter dem Titel „Was uns das Leben über Training lehrt“ statt. Mehr dazu auf DORMAGO

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