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„Unser Anspruch ist Wohnraum, der dauerhaft bezahlbar bleibt“
04.02.2026 / 12:23 Uhr — Dormago / duz
Foto: Dormago / duz

Bei der Grundsteinlegung, von links: Theodor Baikowski (Aufsichtsrat), Landrätin Katharina Reinhold, Erik Lierenfeld, Martin Klemmer, Christian van Kan, Paul Jarosch und Michael Müller
Ein Ausdruck gemeinsamer Freude bei den Beteiligten
Horrem. Nach dem symbolischen Spatenstich Ende August 2025 lud die Baugenossenschaft Dormagen eG (BGD) nur fünf Monate später zur Grundsteinlegung und damit zum nächsten Schritt des Wohnungsbauprojekts „Kastanienweg 6-20“ ein. Es zählt zu den größten Vorhaben der BGD in den vergangenen Jahrzehnten.
Bei der Grundsteinlegung, von links: Theodor Baikowski (Aufsichtsrat), Landrätin Katharina Reinhold, Erik Lierenfeld, Martin Klemmer, Christian van Kan, Paul Jarosch und Michael Müller

Ein Ausdruck gemeinsamer Freude bei den Beteiligten
„Hier entsteht ein Wohnstandort mit hoher Lebensqualität für unterschiedliche Alters- und Einkommensgruppen, nachhaltig geplant und wirtschaftlich tragfähig umgesetzt“, sagte Christian van Kan, der kaufmännische BGD-Vorstand. Im ersten Bauabschnitt entstehen 126 Wohnungen, davon sind rund 30 Prozent öffentlich gefördert. Bezahlbares Wohnen werde nicht zuletzt dank der „neuen architektonischen Einfachheit“ ermöglicht.
Klare Bauformen und langlebige Materialien sollen eine hohe Wohnqualität mit langfristiger Wirtschaftlichkeit verbinden. Gleichzeitig werde auf energieeffiziente Technik und nachhaltige Bauweise gesetzt. „So entsteht Wohnraum, der funktional ist und sich langfristig bewährt“, erklärte der verantwortliche Architekt Michael Müller von Schmale Architekten aus Grevenbroich-Hemmerden. Insgesamt sollen im neuen Stadtquartier in den kommenden Jahren mehr als 300 Menschen ein neues Zuhause finden.
„Von den ersten städtebaulichen Überlegungen über die architektonische Planung, Förderanträge und Genehmigungsverfahren bis hin zur Finanzierung war es ein langer Weg", erläuterte Martin Klemmer, technischer Vorstand der BGD. Er machte deutlich: „Wir bauen nicht für kurzfristige Renditen. Unser Anspruch ist Wohnraum, der dauerhaft bezahlbar bleibt.“ Das Projekt beweise, dass genossenschaftliches Bauen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen möglich sei.
Erik Lierenfeld wies auf die besondere Bedeutung des Bauprojekts für Dormagen hin: „Wir haben nach wie vor einen äußerst angespannten Wohnungsmarkt mit einer langen Warteliste. Da sind wir gerade über den öffentlich geförderten Wohnungsbau froh“, betonte der Bürgermeister. Für Paul Jarosch, bei Schmale Architekten Leiter des Prozessmanagements, steht fest: „Hier ist Präzisionsarbeit zu sehen. Wir liegen im Zeitplan, das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit.“
Bis zur geplanten Fertigstellung Ende 2027 werden unter anderem rund 5300 Kubikmeter Beton und etwa 700 Tonnen Stahl verbaut. Daraus entstehen insgesamt rund 12.500 Quadratmeter Wände und 13.250 qm Decken. Verlegt wurden bereits zwei Kilometer Ver- und Entsorgungsleitungen. Die Bauweise mit Voll- und Halbfertigteilen ermögliche einen zügigen Baufortschritt, um den künftigen Bewohnern termingerecht modernen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Der Grundstein ist speziell: Er wird später geviertelt, damit Teile in allen vier Bereichen des Projekts berücksichtigt werden können. Eingelassen wurde eine kupferne „Zeitkapsel“ mit wichtigen Utensilien, so auch Bauplänen, Münzen und den Hinweis auf anwesende Personen. Originell: Der für die Kommunikation zuständige Nikolaus Zumbusch hatte einen ebenfalls berücksichtigten Segensspruch noch am Vorabend mit seinem Bruder Ulrich, Pfarrer in Zülpich, verfasst.

