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„Yosef lebt weiter in unseren Erinnerungen und Herzen“

01.02.2026 / 11:38 Uhr — Dormago / duz

Foto: Dormago / duz Am Wohnheim in Delhoven beendete Kerstin Ruhe mit berührenden Worten den Trauerzug
Am Wohnheim in Delhoven beendete Kerstin Ruhe mit berührenden Worten den Trauerzug
„Er hat die Herzen berührt. Nun ist Yosef ein Engel geworden. Wir hätten ihn gerne bei uns behalten“, sagte Kerstin Ruhe bei der Abschlusskundgebung nach einem ergreifenden Trauerzug am Samstagabend. „Er kam oft an meinem Haus vorbei, wenn er zur Busstation ging. Und Yosef begrüßte mich immer mit einem strahlenden Lächeln.“ Als Kerstin Ruhe am Tag nach der schockierenden Todesnachricht aufwachte, wollte sie „etwas tun, und Mutter Lilly Trost spenden. Sie war immer so stolz auf ihren Yosi.“ Nun war die Organisatorin der Gedenkveranstaltung beindruckt und überwältigt von der Menge der Menschen, die Anteilnahme zeigten und gemeinsam vom Fundort der Leiche am Waldsee in Hackenbroich bis zur Unterkunft am Walter-Reuber-Weg in Delhoven gezogen waren. Dort machte sie auf einer Leiter stehend deutlich: „Dies ist auch ein Zeichen gegen Gewalt und für Hoffnung. Unsere Menschlichkeit ist größer.“

Weit über tausend Personen aller Generationen nahmen an dem Trauerzug teil. Viele mit Kerzen in der Hand, auch entlang der Strecke warteten aufgestellte Lichter. Mehrere Stationen der Feuerwehr leuchteten die Strecke aus. Geradezu unter die Haut ging das Mitempfinden in Delhoven. Kinder, Frauen und Männer standen entlang der Haupt- und Klosterstraße und zeigten auch mit vielen Kerzen Solidarität. „Ich wünschte mir, Yosef wäre durch alle Kerzen hindurch gegangen und ein letztes Mal sichtbar. Aber er lebt weiter in unseren Erinnerungen und Herzen“, sagte Ruhe.

Kerstin Ruhe richtete Dank an Polizei und Feuerwehr und vor allem an die Stadt Dormagen mit Bürgermeister Erik Lierenfeld an der Spitze für die intensive Unterstützung: „Dass für den Trauerzug eine solch große Planung notwendig würde, lag außer meiner Vorstellung. Umso dankbarer bin ich in dieser außergewöhnlichen Zeit für die würdevolle und sichere Begleitung.“

Hintergrund
Spaziergänger hatten am Mittwoch die Leiche von Yosef am Waldsee gefunden. Der Körper des Jungen wies Verletzungen auf, die laut Polizei eine Tötung vermuten lassen. Unklar ist nach wie vor, ob der Fundort auch der Tatort ist. Die Stadt Dormagen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf setzten am Freitag jeweils 5000 Euro Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung und Verurteilung eines Täters führen.

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