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„Macht die Schlachtplatte in Dormagen great again“

14.01.2026 / 14:38 Uhr — Dormago / duz

Foto: Heinz Zaunbrecher Das Schlachtplatten-Ensemble, von links: Gilly Alfeo, Robert Griess, Sonja Pikart und Chin Meyer
Das Schlachtplatten-Ensemble, von links: Gilly Alfeo, Robert Griess, Sonja Pikart und Chin Meyer
Die Vorstellung in der Kulle war letzten Freitag schon fast vorbei, da wies Robert Griess auf die ungewöhnliche Anreise hin: „Wir hatten gestern Abend einen Auftritt in Hamburg. Aufgrund der Wettersituation war die Rückfahrt ein Ritt auf der Rasierklinge, wir waren über zehn Stunden unterwegs“, sagte der Chef der „Schlachtplatte“. Zwischendurch war er mit Dormagens Kulturbüroleiter Olaf Moll im ständigen Kontakt. Alle konnten schließlich aufatmen: Anderthalb Stunden vor Beginn traf das Quartett in Dormagen ein. Auf der Bühne ließ sich niemand etwas anmerken von den Strapazen. Das wechselnde Ensemble, das traditionell den ersten Kabarettabend des Jahres in der Kulle bestreitet, präsentierte sich in Bestform und erhielt langen und verdienten Applaus im voll besetzten Kulturhaus.

Das Besondere des erfolgreichen Griess-Projekts: Der Kölner Kabarettist geht jedes Jahr aufs Neue mit drei ausgewählten Kollegen oder Kolleginnen auf die rund zweieinhalbmonatige Tournee. Und was Robert Griess immer wieder freut: „Die Schlachtplatte in Dormagen ist regelmäßig als erste ausverkauft.“ Beim originellen Rückblick auf 2025 waren diesmal die vielfach ausgezeichnete Kabarettistin und Schauspielerin Sonja Pikart, der 2024 mit der St. Ingberter Pfanne gekürte Kleinkunstpreisträger „Cash Man“ Chin Meyer und das „Schweizer Taschenmesser der Kleinkunst“ Gilly Alfeo dabei. Seine adhoc-Fähigkeiten hatte Alfeo im letzten Jahr unter Beweis gestellt, als er die während der Kölner Stunksitzung verunfallte Sitzungspräsidentin Biggi Wanninger zur Halbzeit des Live-Auftritts ablöste.

Auf die Bühne kamen die Vier in weißen Arztkitteln als im Crashkurs umgeschulte Psychiater - quasi als die ersten Kabarettisten mit Kassenzulassung. Sie beschäftigten sich mit Ereignissen und Personen, die 2025 eine Rolle spielten. Die Frage stelle sich angesichts der Verurteilung des ehemaligen französischen Staatschefs Nicolas Sarkozy zu einer fünfjährigen Haftstrafe: „Wann wird Jens Spahn nach Paris ausgeliefert?“ Dass die Deutsche Bahn nun eine Chefin hat, erinnere an die Vergangenheit: „Die Männer fahren den Zug vor die Wand, für den Wiederaufbau sind die Trümmerfrauen zuständig.“ Der „Puma ist ein pazifistischer Panzer. Er fährt und schießt nicht.“ Und Donald war natürlich auch ein Thema: „Schlimm, wer alles in der 2. Staffel ´Game of Trumps` in der Rektalpolonaise ansteht.“ Wissen Sie übrigens, was „das Beste an Merz ist? Er ist nicht Söder.“

Die Schlachtplatte beschäftigte sich mit Abgeordneten, die unter einer Wählerphobie leiden und folglich „jedem sagen, was er hören will.“ Winnetou kam ebenso zu Wort wie eine Transfrau im Spinnenmannkostüm. Eine interessante Erkenntnis: 85 Prozent der Frauen sind der Meinung, „ihr Arsch sei zu dick, 10 Prozent meinen, er sei zu dünn und 5 Prozent finden ihren Mann genau richtig...“ Ob denn die geplanten Veranstaltungen im Dormagener Kulturhaus stattfinden können? Das scheint fraglich: „Aus der Kulle soll doch die zentrale Musterungsstelle werden.“ Immerhin geht die Schlachtplatte davon aus, dass die Verleihung des Dormagener Dudelsacks als wichtigstem Kleinkunstpreis auch weiterhin möglich ist.

Schon jetzt besteht die Möglichkeit, Tickets für „Die Jahresendabrechnung 2026“ am Freitag, 8. Januar 2027 in der Kulle zu ordern. Ganz im Sinn von Robert Griess: „Macht die Schlachtplatte great again.“ HIER gibt es Online-Tickets

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