DORMAGO-Archiv

Suchergebnis

Dreizack ist zu - Was wird aus Kinder- und Jugendzentrum?

05.01.2026 / 8:08 Uhr — Dormago / duz

Foto: Dormago / duz Wenn die Schule in dieser Woche wieder beginnt, bleibt das Dreizack an der Gesamtschule geschlossen
Wenn die Schule in dieser Woche wieder beginnt, bleibt das Dreizack an der Gesamtschule geschlossen
Nicht ganz heimlich, aber ziemlich still und leise: Das Kinder- und Jugendzentrum „Dreizack“ an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule ist geschlossen. Zwar weist noch ein Schild auf das Gebäude in Nievenheim hin, ebenso das Internet. Aber „mit einem herzlichen Dank“ haben die Mitarbeiter noch im alten Jahr Abschied genommen. „Wir müssen uns leider vom Kinder- und Jugendzentrum Dreizack des Internationalen Bundes (IB) verabschieden“, heißt es auf einem Zettel, der am Eingang der Einrichtung klebt. „Ein großes Dankeschön geht an Tobi und Alina, die das Dreizack zu einem Ort des Rückzugs, der offenen Treffs und der Ferienangebote gemacht haben. Wir blicken auf eine Zeit voller Freude, Spaß und unvergesslicher Momente, die durch ihr Engagement möglich wurden. Danke für alles!“

Das „Dreizack“ war bis zuletzt eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit Schwerpunktsetzung auf die schulbezogene Sozialarbeit. Zum Angebot gehörten neben der Mittagspausenbetreuung regelmäßige Spieletreffs und diverse Arbeitsgemeinschaften.

Das Aus für das Dreizack hat offenbar einen finanziellen Hintergrund. Die Stadt hatte im letzten Jahr allen Jugendeinrichtungen neue Verträge für die Zeit von 2026 bis 2030 angeboten. Neben der Schaffung von Planungssicherheit wurde die Bezuschussung nach längerer Zeit auch an die gestiegenen Kosten angepasst. Die Rückmeldungen der meisten Verbände waren positiv. Der Dreizack-Träger Internationaler Bund West sah sich aber wohl nicht in der Lage, den geforderten Eigenanteil aus den neuen Verträgen zu leisten – wie es die anderen Träger machen.

Eine besondere Situation beim IB West: Im November letzten Jahres hatte die ‚IB West gGmbH für Bildung und soziale Dienste‘ (IB West gGmbH) ein so genanntes Schutzschirmverfahren für die gemeinnützige Gesellschaft mit insgesamt rund 1650 Mitarbeitenden in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen beantragt. „Damit sichern wir uns nicht nur Kontinuität, sondern auch die Chance, uns als verlässlicher und zukunftsorientierter Partner in der sozialen Arbeit sowie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung neu aufzustellen“, erklärte seinerzeit Geschäftsführerin Mirjam Michalski.

Das Insolvenzrecht sieht ein solches gerichtliches Verfahren für Unternehmen vor, die eine drohende Zahlungsunfähigkeit haben, also noch nicht zahlungsunfähig sind, um eine Sanierung in Eigenverwaltung zu ermöglichen und einen Insolvenzplan zu erarbeiten.

In der Kürze der Zeit gab es keine Lösung, um das bewährte Jugendzentrum in Nievenheim fortzuführen. „Wir sind aber dran und machen das zum Thema“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Dries auf Anfrage von DORMAGO.

Auf FB Teilen E-Mail Drucker Zurück