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Integrationsrat beeindruckt vom „kommunalpolitischen Praktikum“
25.06.2024 / 13:50 Uhr — Info Dormago / duz
In der 19. Sitzung der aktuellen Legislaturperiode befasste sich der Integrationsrat der Stadt Dormagen vor allem mit zwei Themen: mit der Kriminalstatistik von 2023 für den Rhein-Kreis Neuss und insbesondere Dormagen sowie mit einem städtischen Projekt zur Förderung von politischer Bildung von Jugendlichen.Ralph Schelkmann stellte fest, dass die Kriminalität in fast allen Bereichen grundsätzlich seit den Corona-Jahren wieder angestiegen sei. Es gebe aber keine signifikanten antisemitischen oder rechten Straftaten in Dormagen zu verzeichnen. Der Erste Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeiwache Dormagen berichtete von einer niedrigen zweistelligen Zahl von Mehrfachtatverdächtigen in Dormagen, stellte aber auch fest, dass viele dieser Intensivtäter mit zunehmendem Alter „vernünftig“ würden. Die in den vergangenen Jahren fast gleichbleibende Aufklärungsquote von etwa 50 Prozent aller Straftaten ließe sich nur durch mehr Personal wesentlich erhöhen.
Mehmet Güneysu äußerte sich im Nachgang zur Kriminalstatistik: „Leider nutzen rechtspopulistische Kreise Veröffentlichungen wie diese immer wieder dazu, Kriminalität vor allem unter Ausländern zu verorten und Begrenzung von Zuwanderung zu fordern – dies sind überholte Denk- und Erklärmuster“, erklärt der Vorsitzende des Integrationsrates. Eine Kriminalstatistik sei völlig ungeeignet, Ausländer für den Anstieg der Kriminalität verantwortlich zu machen. Güneysu: „Es ist zu bedenken: Menschen werden nicht etwa kriminell, weil sie Migrationsgeschichte haben, sondern weil sie in prekären und gewaltbereiten Umfeldern aufwachsen. Hier sollte man in der Prävention ansetzen – vor allem im Bildungsbereich.“
Ein wichtiger gesetzlicher Auftrag von städtischer Jugendarbeit ist die außerschulische politische Bildung. Hierzu bietet der Fachbereich Kinder, Jugend, Familie und Schulen in diesem Jahr bereits zum dritten Mal das „Kommunalpolitische Praktikum“ an, das sich an Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen wendet und von Oktober bis Ende November in Dormagen stattfindet. Im Laufe dieser Zeit lernen die Teilnehmenden unter anderem, wie Demokratie auf städtischer Ebene funktioniert und wie beraten, debattiert und entschieden wird. Ein Treffen mit dem Bürgermeister steht ebenfalls auf dem Programm.
Der Integrationsrat zeigte sich sehr beeindruckt von diesem Projekt für lokale politische Bildung von Jugendlichen und befürwortet es ausdrücklich. Er setzt sich dafür ein, dass auch Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte zur Teilnahme am spannenden Praktikum ermutigt werden. Hierzu werden nun Migrantenselbstorganisationen gezielt informiert. Für mehr Informationen zum Kommunalpolitischen Praktikum können Interessierte sich direkt per E-Mail an Michael Hartmann wenden.
