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Neue Tafel informiert über das „Kreuz mit Geschichte“
21.07.2023 / 17:45 Uhr — Dormago / duz
Foto: Dormago / duz

Bei der Einweihung, von links: Manfred Fiedler, Adolf Mausberg, Eberhard Kleinebudde und Stefan Vogel
Mitglieder der Jagdhornbläsergruppe Zons lieferten einen gelungenen Beitrag bei der kleinen Zeremonie
Es ist bereits die Tafel Nr. 13. Und die Heimatfreunde Nievenheim-Ückerath können voller Stolz auf ihr jüngstes Werk blicken: Am Ortsausgang von Ückerath Richtung Gohr gibt nun neben dem in der Dormagener Denkmalliste eingetragenen Wegekreuz die Infotafel Auskunft über das „Kreuz mit Geschichte“. Mitglieder der Heimatfreunde Nievenheim-Ückerath und der Jagdhornbläsergruppe Zons weihten die Tafel ein und informierten über frühere Geschehnisse vor Ort. Geschichtskenner und Denkmalschützer Eberhard Kleinebudde ging auf die längst in Deutschland verbotene Parforcejagd ein - dazu passend setzten die Bläser ihr Parforcehorn ein.
Bei der Einweihung, von links: Manfred Fiedler, Adolf Mausberg, Eberhard Kleinebudde und Stefan Vogel

Mitglieder der Jagdhornbläsergruppe Zons lieferten einen gelungenen Beitrag bei der kleinen Zeremonie
„Bei der Parforcejagd hetzten eine Meute Hunde das Wild solange bis es ermattet niedersank“, beschreibt auch die Infotafel. Die Reiter hatten dann keine Mühe, das Wild zu erlegen. Das erste davon war dem Kaiser oder einer höher stehenden Person vorbehalten. Diese Art wurde auch im Stüttgerwald oder -busch abgehalten. Das Kreuz hat Clemens August I. von Bayern, ehemals unter anderem Erzbischof von Köln, 1760 gestiftet. Kleinebudde: „Es diente als Zielpunkt für die Parfordejagd.“ Lange lebte Clemens August dann nicht mehr, er starb 1761 in Koblenz. Das war gleichzeitig das Ende der Hetzjagd im Stüttger Wald. Das Kreuz wurde zu einem nicht bekannten Zeitpunkt an seinen jetzigen Standort versetzt. Nur wenige Meter entfernt vom Kreuz befindet sich übrigens eine Eiche - offenbar seit 1871. Das wiederum wusste einer der Bläser: "Die hat mein Urgroßvater dort anlässlich der Gründung des Deutschen Reiches gepflanzt." Übrigens: Die Jagdhornbläsergruppe ist noch auf der Suche nach einem geeigneten Probenraum.
Mit den Info-Tafeln machen die Heimatfreunde zumeist aufmerksam auf die Bedeutung alter Gebäude, die in der Regel nicht unter Denkmalschutz stehen, aber gleichwohl eine Bedeutung für Nievenheim und Ückerath haben. Vorstand Adolf Mausberg hat die Standorte der bisherigen Info-Tafeln zusammengestellt: Leuffen Wittgeshof, Dorfcafé, Salvatorkirche (zweimal), Blumenhaus Holzberg, Schmitz (heute Küppers), Gaststätte Robens, Kapelle Ückerath, Kindergarten Nold, Gaststätte Manes am Bösch, Altes Forsthaus (Schülgen), Kreuz von Clemens-August, Stüttgen Ückerath (früher Kührlings).
