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Offene Ganztagsschulen brauchen mehr finanzielle Mittel
11.05.2022 / 12:46 Uhr — Medieninfo / bs
Foto: SPD

Bürgermeister Erik Lierenfeld, Eva-Maria Voigt-Küppers MdL, Ratsfrau Birgit Burdag und SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Dries diskutieren über die Anforderungen an die OGS
Mit Vertretenden der Offenen Ganztagsschulen (OGS) in Dormagen sowie interessierten Bürger:innen diskutierte die Sozialdemokraten bei einer offenen Fraktionssitzung über die bestehenden und zukünftigen Herausforderungen im Schulbereich. Neben Bürgermeister Erik Lierenfeld und Birgit Burdag, schulpolitische Sprecherin der SPD, war die stellvertretende Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Eva-Maria Voigt-Küppers als Expertin geladen. Sie schilderte eindrucksvoll, welche Verantwortung die Schulen und die OGS mittlerweile übernehmen müssen. Neben dem Bildungsauftrag kämen ständig neue Anforderungen auf sie zu. So sollen ab dem Schuljahr 2026/27 die Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz für ihre Kinder in der OGS erhalten, wenngleich die Umsetzung noch unklar sei. Dies stelle die Kommunen vor große Herausforderungen, denn bislang fehle ein Konzept für den quantitativen und qualitativen Ausbau der Ganztagsbildung. 
Bürgermeister Erik Lierenfeld, Eva-Maria Voigt-Küppers MdL, Ratsfrau Birgit Burdag und SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Dries diskutieren über die Anforderungen an die OGS
„Schule ist nicht mehr nur ein Ort der Bildung, es ist mittlerweile ein Ort des Lebens geworden“, so Birgit Burdag, die als didaktische Leiterin einer Gesamtschule genau weiß, wo es hakt. „Gute und kostenfreie Bildung von der Kita bis zur Uni muss allen Kindern ermöglicht werden. Ganztagsangebote schaffen Bildungschancen - aber man darf die Kommunen damit nicht allein lassen.“ SPD-Fraktionchef Michael Dries ergänzte, dass „nicht die Kommunen zukünftig ‚bestraft‘ werden dürften, die sich bereits jetzt für die Chancengleichheit einsetzen und vorab investieren.“ Vielmehr müsse man auch diesen Vorreitern finanzielle Unterstützung zusichern und nicht mit den Kosten allein lassen. Als Beispiel nannte er die Digitalisierung: „So wird zwar jedem Kind ein iPad zugesichert, aber für die jährlichen Folgekosten kommen die Kommunen auf.“ Bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen OGS-Platz würden noch viele Fragen auftreten, die die Verantwortung der Stadt und auch den städtischen Haushalt beträfen.
Bürgermeister Erik Lierenfeld sicherte den OGS-Vertretenden vorab zu, zeitnah eine Erhöhung der freiwilligen Zuwendung der Stadt Dormagen von derzeit 420 € pro Kind vorzuschlagen. Diese hatten in der Diskussion deutlich gemacht, dass es ihnen an Planungssicherheit und finanziellen Mitteln aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach qualifiziertem Personal und einer ca. 12-prozentige Steigerung für Löhne und Gehälter fehle. Die SPD begrüßt das Vorhaben der Verwaltung, den Betrag auf 700 Euro ab dem kommenden 1. August zu erhöhen. Der Beschlussvorschlag steht bereits in der Schulausschusssitzung am 12. Mai zur Abstimmung auf der Tagesordnung.
