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Highlight 2013: Martin Walker begeistert bei Lesung
31.12.2013 / 12:26 Uhr — duz
Zu Gast waren in diesem Jahr in Dormagen wieder zahlreiche Autoren. Die originelle Lesung mit Martin Walker Anfang Oktober in der City-Buchhandlung ist für die Dormago-Redaktion ein Highlight 2013.Der gebürtige Schotte machte bei seiner Ankunft in Dormagen erste Bekanntschaft mit den Bauarbeiten am Bahnhof - er kam mit der S-Bahn und musste sich erst einmal orientieren, was ihm aber dank seiner Erfahrung schnell gelang: "Eines der großen und unerwarteten Vergnügen des Schreibens von Bruno-Büchern war, dass mich die Autoren-Lesetour in Gegenden geführt hat, die ich vorher überhaupt nicht kannte. Als politischer Journalist war ich in Bonn und Berlin, habe München, Hamburg und Dresden besucht. Aber nie zuvor habe ich soviel von Land und Leuten kennengelernt, wie bei meinen Bruno-Lesereisen." Bruno Courrèges ist der örtliche Polizeichef in dem fiktiven malerischen Ort St. Denis im Périgord, der historischen Provinz im Südwesten Frankreichs. Längst besitzen Walkers Bücher über Bruno und die einzigartige Landschaft, die Historie der Region oder die schmackhaften Gerichte Kult-Status in Deutschland und vielen anderen Ländern. In elf Sprachen werden die Bücher inzwischen übersetzt.
Martin Walker zieht die Zuhörer in der City-Buchhandlung mit seinen immer wieder originellen Anekdoten auch abseits der Buch-Inhalte sofort in seinen Bann. Sein Deutsch will er verbessern und erinnert dabei an "einige wunderbare neue Worte" wie Lampenfieber oder Rampensau. In seinem Besitz befinden sich zahlreiche Tiere, denen er bedeutende Namen gegeben hat. Der Hahn heißt Sarko - "doch was soll ich mit ihm machen, jetzt wo Sarkozy nicht mehr Präsident ist?" - die vier Frauen sind Carla Bruni, Margaret Thatcher, Hilary Clinton und Angela Merkel, die übrigens "die meisten Eier gibt". Der Fasan ist Francois Hollande, doch er wird wohl demnächst umbenannt. Denn er will "immer an die Hühner, einen solchen Fasan habe ich noch nie gesehen, ich glaube er heißt in Zukunft Berlusconi."
Der leidenschaftliche Koch und Esser hat in seiner französischen Heimat auch kostbare Akzente gesetzt: So fragte er sich, warum es zwar "Boeuf Bourguignon" gebe aber kein "Boeuf Perigourdine". Mit Bergerac existiert das Gericht inzwischen im Périgord. Gleiches gilt für Quiche: "Statt Speck kommt bei uns Ente rein." Ganz besonders also können sich die Bruno-Fans auf das Bruno-Kochbuch freuen, das nächstes Jahr erscheint. Und im Mai wird die deutsche Ausgabe von Resistance Man herauskommen. Der Zeitpunkt Mai hat einen besonderen Hintergrund: "Ich will Deutschland zur Spargelzeit besuchen."
Kurz nach seiner Lesung, die mit einem Essen in der Buchhandlung endete, unterbrach Martin Walker seine Lesereise und machte sich auf in die USA. Denn er lebt nicht nur im Périgord sondern auch in Washington. Dort ist er Vorsitzender des Global Business Policy Council - ein privater "Think-Tank" für Topmanager. Das Foto zeigt den Autor mit der Dormagenerin Annette Hofmeier, die als Walker-Fan die Gelegenheit hatte, bei der Veranstaltung als Übersetzerin zu fungieren.

