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Bio-Energie kommt vom Nachbarn
17.12.2012 / 15:44 Uhr — Presseinfo / duz
Das Norbert-Gymnasium und das Kloster Knechtsteden setzen in Zukunft auf Bio-Energie. Vor dem Hintergrund der Energiewende und steigender Energiekosten standen Schule und Kloster vor der Herausforderung, für die Wärmeversorgung eine moderne und sowohl kostengünstige als auch ökologisch nachhaltige und zukunftsweisende Lösung zu finden. Durch die Zusammenarbeit mit Landwirt Hans-Jakob Lemper vom benachbarten Conradshof in Straberg eröffnete sich jetzt eine örtliche Lösung. Die Knechtstedener haben sich für ein lokales, mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) entschieden. Bereits heute sind Gymnasium und Kloster durch eine Fernwärmeleitung zusammengeschlossen und können sich gegenseitig mit Wärme versorgen. Ein Teil der dezentral betriebenen Heizungen ist in den vergangenen Jahren erneuert worden, es gibt aber noch alte Anlagen, die jetzt modernisiert werden müssen. Gleichzeitig laufen verschiedene Versorgungsverträge Ende 2012 aus.Die nachbarschaftlichen Gespräche der Verantwortlichen im Trägerverein des Norbert-Gymnasiums und des Klosters mit Hans-Jakob Lemper begannen im Herbst 2010 und sind inzwischen so weit gediehen, dass Lemper sein BHKW in Betrieb nehmen und damit die jährliche Versorgung von Knechtsteden mit Wärmeenergie zu 50 Prozent sicherstellen kann. Zugleich bleiben die bisherigen Wärmeerzeuger in Betrieb, um eine gesicherte Wärmeversorgung darzustellen.
Das Wärmegrundlastkraftwerk wird mit Biogas betrieben, das auf dem Conradshof in Straberg produziert wird. Lemper nutzt auf seinem Hof schon seit längerem Wärmeenergie, die er dort mit ähnlichen Motoren produziert. Den überschüssigen Biostrom speist er im Rahmen des Gesetzes für erneuerbare Energie (EEG) in das öffentliche Stromnetz ein. Seit November 2012 verbindet eine unterirdische Gasleitung den Conradshof mit dem Motor in Knechtsteden. Das Biogas wird eingesetzt, um mit dem Gasmotor auf dem Wege der Kraft-Wärme-Kopplung effizient und geräuscharm Wärme und Strom für Knechtsteden herzustellen. Die Effizienz liegt bei rund 80 Prozent.
Der Motor hat eine Leistung von 240 kW für Wärme und 250 kW für Stromenergie. Die Wärme wird in Gänze vom Norbert-Gymnasium und dem Kloster Knechtsteden aufgenommen, um Schwimmbad, Schule und Kloster zu heizen. Durch diese Methode sparen das Gymnasium und das Kloster circa 50 Prozent des heutigen CO2-Verbrauchs ein, das sind etwa 670 t pro Jahr. Dabei sind die Heizkosten für das NGK sehr viel günstiger als die Eigenerzeugung über zugekauftes Gas. Gleichzeitig wird es dem NGK ermöglicht, durch eine ganzheitliche Neupositionierung das Wärmemanagement energie- und kostensparend auf eine neue wirtschaftliche Basis zu stellen. In einem nächsten Schritt kann durch die jetzige Maßnahme den Schülern des Norbert-Gymnasiums im Physikunterricht die Energiewende lebendig und vor Ort näher gebracht werden, denn sie verdeutlicht örtliche und technische Effizienz und die nachhaltige, ressourcenschonende Verwendung von Energie.

