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Neue DKSB-Kampagne: „Gewalt ist mehr, als du denkst“

20.09.2022 / 16:44 Uhr — Info / Dormago

Foto: Dormago Präsentierten die Kampagne: Ministerin Lisa Paus und DKSB-Präsident Heinz Hilgers
Präsentierten die Kampagne: Ministerin Lisa Paus und DKSB-Präsident Heinz Hilgers
Berlin / Dormagen. Anlässlich des Weltkindertags stellte heute der Kinderschutzbund (DKSB) gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Lisa Paus seine Kampagne „Gewalt ist mehr, als Du denkst“ vor. Psychische Gewalt werde oftmals bagatellisiert oder gar nicht erst wahrgenommen - der Kinderschutzbund möchte aufklären. „Wer sein Kind tagelang ignoriert, es von seinen Freundinnen oder Freunden isoliert oder es demütigt, der übt Gewalt aus. Vielen Menschen ist das nicht bewusst, aber: Das Recht auf gewaltfreie Erziehung erschöpft sich eben nicht im Verzicht auf körperliche Bestrafungen“, sagte der frühere Dormagener Bürgermerister Heinz Hilgers in seiner Eigenschaft als Präsident des Kinderschutzbunds. Der DKSB lege deshalb in diesem und im Jahr 2023 seinen Schwerpunkt auf die Aufklärung über psychische Gewalt.

Hilgers: „Seelische Verletzungen gehören leider für viele Kinder zum Alltag, sei es im Elternhaus, aber auch in Kita oder Schule. Gewalt schafft aber keine Einsicht bei Kindern, sondern demonstriert, wer der Stärkere ist.“ Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung – so steht es seit 2000 im Bürgerlichen Gesetzbuch. Die Bundesregierung möchte noch einen Schritt weitergehen und die Kinderrechte in die Verfassung schreiben.

„Kinderrechte müssen immer im Vordergrund stehen, an jedem Tag im Jahr. Das gilt erst recht für Krisenzeiten. Leider haben wir während der Pandemie gerade erst erlebt, dass dies nicht automatisch der Fall ist. Deshalb ist es unser Ziel als Ampelregierung, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern und uns dabei maßgeblich an den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention zu orientieren“, betont Lisa Paus. Es gehe dabei um eine umfassende Stärkung der Interessen von Kindern gegen entgegenstehende staatliche Interessen. „Kinder dürfen beispielsweise in der Bau- und Verkehrsplanung oder in der Haushaltspolitik nicht einfach hinten herunterfallen. Kinderrechte sind kein nice-to-have: sie zu achten und bestmöglich zu verteidigen, ist für mich nicht verhandelbar.“
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