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"Kann mir nie passieren..." - Trickdiebstahl

13.10.2006 / 21:47 Uhr — Claudia Berg

Dormagen. „Jeder behauptet immer, das könne ihm niemals passieren“, beschreibt Franz-Josef Rytlewski die Reaktion älterer Menschen, wenn er sie über Trickdiebe und deren Maschen aufklären will. Rytlewski ist Polizeioberkommissar im Kommissariat „Vorbeugung“ des Rhein-Kreises Neuss. Mit seinem Kollegen Heinz Hellwig kam er auf Einladung des Seniorenbeauftragten der Stadt Dormagen, Hans-Theo Krücken, um ältere Menschen zu sensibilisieren.

Rytlewski versteht, dass nicht jeder Senior sich als mögliches Opfer sieht: „Mit 60 oder 70 sind die meisten Menschen geistig noch fit, aber vor allem die alten Alten sind hilflos, einsam und leichte Opfer.“ Und weil der Mensch sich schwer tut, bei gewohnten Verhaltensweisen wie Hilfsbereitschaft, Respekt und Gutgläubigkeit nachzudenken, sei es wichtig, schon früh damit zu beginnen, die Augen offen zu halten.

Mit Rollenspielen und Beispielen versuchte er zu zeigen, wie die Trickbetrüger ihre Opfer einwickeln. Ihre Zielgruppe suchen sie sich mit digitalen Telefonverzeichnissen anhand der Vornamen aus – je älter der Name klingt, umso wahrscheinlicher wird angerufen. „In bestimmten Gebieten treten die Anrufe eine Zeit lang gehäuft auf. 1000 Anrufe pro Tag und Stadt schaffen die organisierten Betrüger ohne Probleme“, sagt der Oberkommissar.

Aus den Medien- und Polizeiberichten sind die Tricks bekannt: Ein Anrufer gibt sich als Enkel aus und sagt, er habe sich weit weg von Zuhause ein Auto gekauft und brauche jetzt dringend Geld. Die Summe soll sofort bei der Bank in bar abgehoben werden und wird an einen Fremden übergeben. Meist wird ein Kennwort vereinbart – als Sicherheit.
„Mit Kleckerbeträgen geben sich die Betrüger nicht zu frieden. Sie fragen schnell nach den großen Summen auf dem Sparbuch“, weiß Rytlewski.

650 Fälle dieser Art gab es von 2003 bis 2005 im Kreisgebiet. Sieben Millionen Euro wurden so erbeutet, das sind durchschnittlich 10.700 Euro pro Fall. In diesem Jahr gab es schon 30 versuchte und vollendete Fälle, bei denen insgesamt 8000 Euro erbeutet wurden. Die Täter rufen vorzugsweise Montag bis Freitag zwischen 9 und 14 Uhr an, damit die Opfer bei den Banken Geld abheben können. „Wichtig ist, solche Vorfälle anzuzeigen und auch schon den Versuch zu melden, damit wir eine Chance haben, die Täter Konsequenzen spüren zu lassen“, fordert Rytlewski.

Auch der Wasserglas-Trick ist beliebt bei den Betrügern. Mit fadenscheinigem Vorwand verschaffen sich die Kriminellen – in diesem Fall oft Frauen - Zugang zu Wohnung und lenken das Opfer ab. Im Hintergrund durchsucht ein anderer die Wohnung nach Wertsachen.

Tipps an der Haustür
- Absolutes Misstrauen ist angebracht, wenn am Telefon gefragt wird: „Rate mal, wer hier ist?“ und die Stimme unbekannt ist.
- Misstrauen Sie dem Anrufer ebenfalls, wenn er seine unbekannte Stimme mit Husten, Schnupfen oder Heiserkeit begründet.
- Seien Sie misstrauisch bei Anrufen, deren Stimme Sie nicht erkennen. Lassen Sie sich Name, Adresse und Telefonnummer geben, unter der Sie zurückrufen können. Fragen Sie bei der Verwandtschaft nach. Den echten Enkel oder Verwandte sofort zurückzurufen!
- Händigen Sie niemals Geld an fremde Personen aus!
- Verständigen Sie die Polizei, wenn Sie Zweifel haben.
- Schauen Sie vor dem Öffnen durch den Türspion oder aus dem Fenster, nutzen Sie Hilfsmittel wie Sprechanlage und Türsperren
- Bei angeblichen Handwerker oder Beamten: Lassen Sie sich den Ausweis zeigen und rufen Sie bei der Firma oder Behörde an.
Infos im Internet: www.polizei-beratung.de . Es gibt eine Broschüre mit Sicherheitstipps für Senioren „Der goldene Herbst“, Tel.: 02131-3002964.
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