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Jugend soll mehr Mitsprache erhalten

11.08.2026 / 16:20 Uhr — Dormago - bs

Der Dormagener Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit breiter Mehrheit beschlossen, die Verwaltung mit der Erarbeitung eines Jugendpartizipationskonzepts zu beauftragen. Der Antrag dazu kam von der SPD-Fraktion. Die Initiative steht auch im Zusammenhang mit der Auszeichnung Dormagens als „Kinderfreundliche Kommune“: Während Angebote für Kinder nach Einschätzung der SPD bereits gut ausgebaut seien, sieht die Fraktion bei der Jugendbeteiligung noch Nachholbedarf.

Das Konzepts soll Möglichkeiten für eine dauerhafte und verbindliche Beteiligung Jugendlicher an kommunalen Entscheidungen aufzeigen. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob ein Jugendbeirat oder ein neu zu gründendes Jugendparlament eingerichtet werden kann.

Außerdem soll die Verwaltung die Erfahrungen früherer Beteiligungsformate wie des Dormagener Jugendparlaments und des Jugendforums auswerten. Schulen, Jugendzentren, Vereine und Verbände sollen frühzeitig in die Entwicklung des Konzepts einbezogen werden. Darüber hinaus soll ein Vorschlag für die organisatorische und finanzielle Absicherung der Jugendbeteiligung erarbeitet werden. Auch eine Verankerung der Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen in der Hauptsatzung der Stadt soll geprüft werden.

SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Dries begrüßte den Beschluss. Jugendliche hätten eigene Ideen und Vorstellungen für die Entwicklung Dormagens, die stärker in politische Entscheidungen einfließen müssten. Beteiligung dürfe kein Lippenbekenntnis bleiben, sondern müsse wirksam gestaltet werden.

Auch der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Laurenz Tiegelkamp (SPD), sieht Handlungsbedarf. Die Lebenswelt junger Menschen habe sich verändert, deshalb müssten auch die Beteiligungsformen zeitgemäß weiterentwickelt werden. Ziel sei kein bloßes Wiederbeleben früherer Strukturen, sondern ein gemeinsam mit Jugendlichen entwickeltes Modell mit echten Mitwirkungsmöglichkeiten.

Für den Antrag stimmten SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke/Die PARTEI, Bürgermeister Lierenfeld sowie ein Mitglied der DBU. Dagegen votierten AfD und Zentrum/UWG. Drei Mitglieder der DBU enthielten sich.

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