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In 15 Jahren setzte Johannes Gillrath viele Akzente
19.07.2026 / 11:06 Uhr — Info Dormago / duz
2011 trat Johannes Gillrath am Norbert-Gymnasium Knechtsteden in die sicherlich nicht kleinen Fußstapfen von Josef Zanders. Nach 15 Jahren hat er nun seine eigenen geschaffen. Ohne diese genau nachmessen zu wollen: Der 66-Jährige hinterlässt eine Schule, die moderner geworden ist - ohne ihre Identität verloren zu haben.Johannes Gillrath ist keiner, der sich in den Vordergrund drängt. Seine Autorität beruht nicht auf Lautstärke, sondern auf Verlässlichkeit. Er suchte die Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, seine Tür war immer wieder offen für Kolleginnen und Kollegen. Ob Förderverein, Cafeteria, Bibliothek oder Elternvertretung – Gillrath wusste, dass eine Schule nur funktioniert, wenn viele Menschen Verantwortung übernehmen. 2025 lud er Ehrenamtler zu einem gemeinsamen Ausflug nach Aachen ein. Nach Stadtführung und Domführung überraschte er die rund 70 Teilnehmer mit einer einfachen, aber herzlichen Geste: Der Schulleiter spendierte allen ein Eis.
Die Wertschätzung wird zurückgegeben: Tagelang arbeitete das NGK-Technik-Team daran, den Norbert-Park für Gillraths öffentliche Verabschiedung herzurichten. Und auch die Schülervertretung ist voll des Lobes für ihren nun in den Ruhestand gehenden Schulleiter: „Er war jeden Morgen als Erster an der Schule und hat sie als Letzter wieder verlassen. Er hat uns dazu angeregt, Probleme und Aufgaben selbständig zu lösen, sagte aber gleichzeitig Hilfe zu.“
Drei Tage vor der großen Feier eine plötzliche Hiobsbotschaft: „Die Ärzte sagten, ich sollte die Blinddarm-OP am besten sofort durchführen lassen.“ Gillrath vertraute der Zusage, dass der Eingriff nur eine kurze Ruhephase verursachen würde. Auf der Bühne im Norbert-Park war die OP dann auch nur noch ein Randthema. Diverse Schulbands starteten am Vormittag mit musikalischen Aufführungen, moderiert von der SV. Die anschließende Heilige Messe wurde von circa 80 Messdienern und vielen Zelebrantinnen (insgesamt über 100 Personen) begleitet. Vor Ort waren auch Mitglieder vom „Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem“, dessen Mitglied Johannes Gillrath ist.
Der Festakt mit Reden wurde von den ehemaligen Schülern Jannik Abt und Richard Schnegelsberg moderiert. Die originelle Abschlussrede hielt Johannes Gillrath - orientiert am „Rheinischen Grundgesetz“. Er wurde dabei von den beiden ehemaligen Schülern Hubert Pieper (nun auch Lehrer am NGK und Mitglied der Band „Kuhl un de Gäng“) und dessen Bruder Thomas Pieper (Sänger und Schlagzeuger bei „De Räuber“) musikalisch begleitet. Ein Besucher nach der Veranstaltung: „Das, was wir hier erleben durften, war Champions League. Das habe ich an einer Schule so noch nie erlebt.“ Das trifft es ganz gut, sagt Lehrer Markus Schmitz: „Auch wenn der Chef es sicher gerne ein wenig kleiner gehabt hätte, was die Schule aber richtigerweise ignoriert hat...“
Die Beiträge thematisierten sehr gut, dass Johannes Gillrath nicht nur als Schulleiter des NGK agierte, sondern gleichzeitig Geschäftsführer des Sportinternats, des Träger-, Förder- und des Ehemaligenvereins ist. Das heißt, seine Tätigkeit am NGK ging viel weiter als die Leitung des schulischen Ablaufs. Zum Campus Knechtsteden gehören eben nicht nur das Gymnasium, sondern auch das Sportinternat, die Mensa, die Norbert-Akademie und zahlreiche außerschulische Angebote. Wer diese Einrichtungen zusammenhalten will, braucht Organisationstalent, Entscheidungsstärke und vor allem die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen. Genau darin lag eine seiner größten Stärken.
Johannes Gillrath ist auch Diakon und sah sich nicht nur als Pädagoge und Verwaltungsleiter. Er verstand Schule als Lebensraum, in dem junge Menschen Orientierung finden sollen. Schulgottesdienste oder Besinnungstage gehörten für ihn selbstverständlich zum Alltag. Seine christliche Haltung war dabei nie belehrend, sondern geprägt von Offenheit, Respekt und Aufmerksamkeit für den Einzelnen.


