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Warnwesten-Protest für die Patientenversorgung
10.06.2026 / 17:23 Uhr — Dormago - bs
Foto: Praxisnetz Dormagen / KVNO (Montage: Dormago)

Die Ärzte im Praxisnetz Dormagen protestieren gegen Sparvorhaben
Die Ärztinnen und Ärzte des Dormagener Praxisnetzes fürchten um die wohnortnahe haus- und fachärztliche Versorgung, wenn das geplante Beitragsstabilisierungsgesetz für die gesetzlichen Krankenkassen, das sich derzeit noch im parlamentarischen Verfahren befindet, in Kraft tritt. Deshalb beteiligen sie sich an einer Protestkampagne der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO). Um ihre Sorgen und ihre Kritik an dem Vorhaben sichtbar zu machen, tragen sie derzeit jeden Mittwoch während der Sprechstunden eine Warnweste.
Die Ärzte im Praxisnetz Dormagen protestieren gegen Sparvorhaben
Nach Einschätzung der Ärzteschaft würden insbesondere zwei der geplanten Maßnahmen die Hausarztpraxen stark belasten. Zum einen sollen die für die hausärztliche Versorgung wichtigen Hausarztverträge – auch Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) oder Hausarztprogramm genannt – finanziell eingeschränkt werden. Zum anderen könnte die erst im vergangenen Jahr beschlossene Entbudgetierung teilweise zurückgenommen werden. Diese Regelung sieht vor, dass Hausärztinnen und Hausärzte für ihre erbrachten Leistungen vollständig vergütet werden.
Die Dormagener Ärztinnen und Ärzte befürchten zudem, dass starre Mengenvorgaben für die Behandlung von Patientinnen und Patienten künftig zu weniger Facharztterminen und längeren Wartezeiten führen könnten. Auch die Betreuung chronisch kranker Menschen sowie präventive Leistungen, etwa Impfangebote, könnten aus ihrer Sicht wirtschaftlich schwieriger werden. Kritisch sehen sie außerdem eine mögliche Begrenzung der Vergütung, obwohl die Zahl der Patientinnen und Patienten mit komplexen Erkrankungen weiter steigt. Nach Einschätzung der Ärzteschaft könnte dies langfristig auch Auswirkungen auf die Beschäftigung von medizinischem Fachpersonal haben.
„Damit wir Sie auch in Zukunft wie gewohnt versorgen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schreiben Sie jetzt Ihren Abgeordneten, um Ihre Hausarztpraxis zu retten“, sagt Dr. med. Bärbel Weber, Sprecherin des Dormagener Praxisnetzes. Sie ruft dazu auf, sich unter www.hausarztpraxen-retten.de an der Protestkampagne zu beteiligen.
