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Nach Vertragsverlängerung: Böckenholt entscheidet die Partie
30.11.2025 / 14:28 Uhr — Dormago / duz
Es war klar, dass nach all den knappen Niederlagen das Spielglück auch mal wieder aufseiten des TSV Bayer Dormagen liegen wird. Aber wann? Gestern Abend sah es beim Spiel gegen HBW Balingen-Weilstetten her so aus, als könne der Tabellenführer angesichts einer Vier-Tore-Führung mit zwei gewonnenen Punkten nach Hause fahren. Aber den Schlendrian hat Matti Flohr seinen Jungs noch nicht völlig austreiben können. Es schlichen sich immer mehr Fehler ins Spiel der Gäste. Und ein grandioser Christian Simonsen im TSV-Tor ließ vor allem den zuvor erfolgreichsten Werfer Sascha Pfattheicher verzweifeln. Zur Krönung wehrte dann auch noch Louis Oberosler einen Siebenmeter des Rechtsaußen ab.
So kam, was gestern kommen musste: Zehn Minuten lang erzielte das Team von der Schwäbischen Alb keinen Treffer, der TSV setzte sich von 21:21 auf 26:21 ab. Die Spannung steigerte sich ins Unermessliche, Balingen kam wieder ran, glich aus und jubelte sogar über die 29:28-Führung. Doch angetrieben von den 911 Zuschauern drehten die Dormagener erneut die Partie: Der in Abwehr und Offensive starke Kreisläufer Frederik Sondermann markierte mit seinem fünften Treffer das 29:29. Die Gäste hatten genug Zeit, um das Spiel im letzten Angriff zu entscheiden. Dagegen hatte freilich die enorm bewegliche TSV-Abwehr etwas. Peter Strosack fing das schwache Zuspiel von Georg Pöhle ab, lief ein paar Schritte nach vorne und passte exakt auf den nach vorne gestürmten Felix Böckenholt. Der nahm den Ball auf, sprang weit in den Kreis und ließ Schlussmann Daniel Rebmann zwei Sekunden vor dem Abpfiff keine Chance.
Ausgerechnet Felix Böckenholt: Der Linksaußen hatte den Fans kurz vor dem Anpfiff die Verlängerung seines Vertrages um zwei Jahre live mitgeteilt. „Besser hätte ich mir das heute nicht vorstellen können. Das war ein geiler Abschluss“, strahlte Böcki 60 Spielminuten später. „Am Ende hatten wir einfach auch Glück. Aber darüber werden wir uns nicht beschweren“, freute sich Trainer Julian Bauer. Er hatte mit zwei Linkshändern und dem siebten Feldspieler die passenden Entscheidungen getroffen. „Sehr, sehr enttäuscht“, war hingegen Matti Flohr, auch wenn er später wieder lächeln konnte. Nach der Niederlage (wie schon im letzten Jahr im TSV Bayer Sportcenter) sagte Dormagens Ex-Coach: „Ich habe immer ein Déjà-vu, wenn ich nach Dormagen komme. Allerdings würde ich als Gästetrainer hier auch gerne mal gewinnen.“

