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Der „Dormagener Weg“ geht ins zehnte Jahr

21.04.2021 / 14:01 Uhr — Info / bs

Foto: Stadt Dormagen Berater*innen unterstützen junge Erwachsene wie Thomas Elders bei der beruflichen Orientierung.
Berater*innen unterstützen junge Erwachsene wie Thomas Elders bei der beruflichen Orientierung.
Das Schuljahr neigt sich langsam dem Ende zu. Viele Jugendliche, Schüler*innen und junge Erwachsene stellen sich die Frage, wie es nach dem Schulabschluss oder in Ausbildung und Studium weitergehen soll. Deshalb hat die Stadt Dormagen 2012 das Projekt „Dormagener Weg“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit dem Bildungszentrum Niederrhein (BZNR) und dem Internationalen Bund (IB) wird das Projekt durchgeführt. Sechs geschulte Berater*innen helfen jungen Leuten zwischen 16 und 25 Jahren mit einer individuellen Begleitung und Unterstützung bei der beruflichen Orientierung. Wie genau das funktioniert, verraten Kerstin Kötter und Susanne Rennefeld vom BZNR, Maria Gerber vom IB und Projektkoordinatorin Cosima Nauroth von der Stadt Dormagen.

Wie entsteht der Erstkontakt zu den Schüler*innen?
Kerstin Kötter: Durch Mund-zu-Mund-Propaganda wissen die Schüler*innen bereits über unser Angebot Bescheid. Viele treten aktiv an uns heran und bitten um einen Termin.

Was passiert beim ersten Treffen?
Kötter: Beim ersten Treffen geht es darum, sich kennenzulernen und eine Vertrauensbasis zu schaffen.
Maria Gerber: Zudem wird in dem Gespräch herausgefiltert, welche Wünsche der/die Schüler*in hat, welche Stärken und Schwächen er/sie mitbringt und welche Schwierigkeiten zu überwinden sind. Auch ist die Wohnsituation ein wichtiger Faktor.
Susanne Rennefeld: Es kommt auch darauf an, wie weit im Voraus die Schüler*innen uns aufsuchen. Bei dem einen brennt es zeitlich bereits, ein anderer kommt sehr früh in unsere Beratung.

Können die Schüler*innen bereits etwas vorbereiten? Sollen sie etwas mitbringen?
Kötter: Es ist gut, wenn die Teilnehmer*innen ihre letzten Zeugnisse mitbringen. Wer bereits einen Lebenslauf oder ein Anschreiben verfasst hat, kann dies ebenfalls gerne vorzeigen.
Rennefeld: Es macht aber auch nichts, wenn bisher noch nichts erstellt wurde. Wir unterstützen die Schüler*innen dabei und zeigen ihnen, wie sie Bewerbungsunterlagen verfassen und zusammenstellen.
Gerber: Wir können auch Bewerbungsfotos vor Ort erstellen.

Wie geht es dann weiter?
Kötter: Es ist wichtig, mit den Schüler*innen zusammen die Anschreiben zu erarbeiten. Die Formulierungen sollten zu ihrer Person passen.
Rennefeld: Jedes Gespräch ist individuell. Wir lernen die Bewerber*innen im Laufe der Gespräche besser kennen. Dadurch tun sich Ideen auf, die uns beim Verfassen der Unterlagen helfen. Die Beziehungsarbeit ist dabei sehr wichtig.
Gerber: Wie viele Termine die Schüler*innen dafür benötigen, ist ebenfalls ganz individuell. Die meisten benötigen mehrere Treffen.

Wie weit im Voraus vor seinem Abschluss sollte man sich an Sie wenden?
Gerber: Ein halbes Jahr vorher ist sinnvoll. Wir arbeiten aber auch gut mit den Schulen zusammen. Die kennen ihre Schüler*innen und geben dem ein oder anderen den Tipp, sich mit uns zusammenzusetzen.
Kötter: Manche Schüler*innen arbeiten erst unter Druck und melden sich recht spät. Auch das ist kein Problem. Es kommt auch auf den Berufswunsch an.
Gerber: Wir können nur empfehlen, sich so früh wie möglich zu melden. Aber auch dort, wo es brennt, finden wir in der Regel auch akut noch einen Platz – egal ob Ausbildungs- oder Praktikumsplatz.

Wie viel Prozent der Schüler konnten bisher vermittelt/unterstützt werden?
Cosima Nauroth: 2019 haben rund 84 Prozent der Teilnehmer*innen ihre selbstgesteckten Ziele erreicht. Unsere Unterstützung war somit erfolgreich. 2019 etwa haben wir 119 Teilnehmer*innen betreut, neun haben abgebrochen und 86 waren erfolgreich. Die übrigen wurden 2020 weiter betreut, teilweise sind sie erst im Herbst/Winter zu uns gekommen.

Wer kann neben den Schüler*innen auch Ihr Angebot in Anspruch nehmen?
Kötter: Alle zwischen 16 und 25 Jahren. Es gibt auch junge Erwachsene, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen. Sie haben beispielsweise gemerkt, dass die angefangene Ausbildung doch nicht zu ihnen passt oder sind mit ihrem Studiengang unglücklich. Es gibt auch Bewerber*innen, die schon länger einen Ausbildungsplatz suchen und mittlerweile keine Schüler*innen mehr sind.
Nauroth: Wir begleiten auch junge Erwachsene über den erfolgreichen Abschluss hinaus. Das bieten wir jedem an.
Gerber: Das nutzen bei uns auch viele.

Was möchten Sie den Schüler*innen und jungen Erwachsenen noch mit auf den Weg geben?
Kötter: Seid nicht schüchtern! Wir freuen uns über jeden, den wir unterstützen können. Und ganz wichtig: Es ist ein völlig freiwilliges Angebot.
Gerber: Es ist auch für die Teilnehmer*innen ein großer Gewinn. Viele stellen fest, dass sie im Gespräch mit uns etwas mehr über sich selbst herausfinden. Auch werden sie sich so ihrer Stärken mehr bewusst. Sprecht uns an und wir gehen gemeinsam den Weg zu eurem Ziel!

Hintergrund:
Das Projekt „Dormagener Weg“ ist ein kommunal gefördertes Projekt der Stadt Dormagen, das 2012 ins Leben gerufen wurde. Zunächst wurde es zusammen mit dem Jobcenter durchgeführt. Seit 2019 haben der IB und das BZNR die Beratungen übernommen.
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