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Alte Schule soll Haus für die „Dorfgemeinschaft“ werden

19.07.2020 / 14:08 Uhr — Dormago

Foto: Dormago / duz 1825 entstand der eingeschossige Bau mit Dreieckgiebel und Dachreiter (Türmchen), in dem die bis heute vorhandene Schulglocke hing. „Schulhaus für die liebe Jugend dahier errichtet“ lautet die Widmung über dem Haupteingang
1825 entstand der eingeschossige Bau mit Dreieckgiebel und Dachreiter (Türmchen), in dem die bis heute vorhandene Schulglocke hing. „Schulhaus für die liebe Jugend dahier errichtet“ lautet die Widmung über dem Haupteingang
Delhoven. Seit vielen Jahren ein Gesprächsthema nicht nur in Delhoven: Die denkmalgeschützte Alte Schule an der Hauptstraße steht komplett leer. Planungen wie etwa der Umbau zu einem Café haben sich in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen zerschlagen. Und nach der Entkernung des Gebäudes 2013/14 wurde es auch nichts mit den beabsichtigten Schulungs- und Versammlungsräumen für den Löschzug Delhoven: Bei den Planungen hatte sich herausgestellt, dass der Dachstuhl der Alten Schule durch Feuchtigkeitsschäden sowie Schimmel- und Pilzbefall sanierungsbedürftig ist. Die Baukosten wurden seinerzeit mit 435.000 Euro beziffert. „Das Vorhaben wurde dann aus Gründen des funktionalen Zusammenhanges zu den Bestandsräumlichkeiten des Löschzuges unter Berücksichtigung von Aufwand und Nutzen wieder aufgegeben“, heißt es jetzt in der Vorlage für die Beratung im zuständigen Ausschuss des städtischen Eigenbetriebs.

Was also tun? Immerhin ist die 1825 entstandene Alte Schule Delhoven eines der ältesten erhaltenen Schulgebäude im Kreisgebiet und ortsbildprägend für den Stadtteil Delhoven - das Gebäude diente exakt ein Jahrhundert als Schule und wurde danach als Kindergarten, Bücherei und Jugendheim genutzt. Eine großzügige Spende von Winand Kayser, dem letzten Prämonstratensermönch der Abtei Knechtsteden, machte den Bau erst möglich. Weil viele Menschen den klassizistischen Winkelbau nicht missen wollen, wird seit einem Jahr intensiv über die Zukunft gesprochen. Nun gibt es offenbar ein Interesse daran, die Alte Schule als „Dorfgemeinschaftshaus“ zu nutzen und hier auch wieder ehrenamtliche Jugendarbeit anzubieten.

An der Erarbeitung des vorliegenden Nutzungskonzeptes haben sich der federführende Bürger-Schützen-Verein Delhoven, die KG Thalia Blau-Weiß Delhoven, die Freiwillige Feuerwehr, der FC Delhoven und die Kirchengemeinde St. Josef beteiligt. Entsprechend der ehemaligen Gebäudeaufteilung soll demnach ein rund 41 Quadratmeter großer Raum für Vorstands- und Mitgliederversammlungen, Korps- und Zugversammlungen, Vorträge, Workshops und Ausstellungen genutzt werden. Der Raum soll zudem für kleinere private Feiern wie Geburtstage, Familientreffen oder Weihnachtsfeiern vermietet werden. Ein gleich großer Raum auf der rechten Gebäudeseite ist als Treffpunkt für junge Leute vorgesehen. In der Mitte des Gebäudes sollen wie in der Vergangenheit die Toiletten sowie eine kleine Küche untergebracht werden. Keller und Dachboden könnten als Lager- und Archivflächen von den Vereinen genutzt werden.

Der BSV Delhoven habe Interesse gezeigt, die Verwaltung und Vermietung des Dorfgemeinschaftshauses zu übernehmen. Er sei auch bereit, die Betriebskosten für das Gebäude (Strom, Heizkosten, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Straßenreinigung, Versicherung) zu tragen. Die Delhovener Organisationen hätten sich nach einem Gespräch mit Bürgermeister Erik Lierenfeld außerdem bereit erklärt, sich um das Mobiliar für die Begegnungsstätte zu kümmern und hierzu gegebenenfalls auch Spenden einzuwerben.

Um das Vorhaben rechtzeitig bis 2025, dem 200-jährigen Bestehen des Gebäudes abzuschließen, soll nun ein Grundsatzbeschluss gefasst und ein Planungsauftrag an einen externen Architekten vergeben werden. Die denkmalgerechte Instandsetzung der Alten Schule ist Angelegenheit der Stadt, die hierzu als Denkmaleigentümer verpflichtet ist.
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