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Denkmal unter Tage - Führungen durch den Luftschutzbunker

13.07.2020 / 14:31 Uhr — Franziska Gräfe / duz

Foto: privat Jörn Esposito (links) und Stefan Rosellen freuen sich auf Interessierte, die an den Bunkerführungen teilnehmen wollen
Jörn Esposito (links) und Stefan Rosellen freuen sich auf Interessierte, die an den Bunkerführungen teilnehmen wollen
Zons. Das jüngste der Zonser Denkmäler, eingetragen erst im November 2019, liegt nicht in, sondern unter der Altstadt. Der 1944 angelegte Bunker, dessen Eingang sich am ehemaligen Feldtor (gegenüber Schloßstraße 46) befindet, ist eine von drei größeren Luftschutzanlagen, die in Zons während des Zweiten Weltkriegs entstanden - und die Einzige, die heute noch zugänglich ist. Nachdem Ehrenamtler und Stadt Dormagen das Bauwerk gemeinsam instandgesetzt haben, kann es jetzt regelmäßig besichtigt werden: An den Sonntagen 19. Juli, 16. August, 20. September und 18. Oktober lädt der Verein Luftschutzanlagen Rhein Kreis Neuss zu kostenfreien Führungen durch den Bunker ein. Die knapp einstündigen Rundgänge starten um 12, 13, 14 und ein letztes Mal um 15 Uhr. Die Gruppengröße ist auf acht Personen begrenzt und eine vorherige Anmeldung per E-Mail verpflichtend.

Der Luftschutzbunker im Bereich des ehemaligen Feldtors entstand Anfang 1944. Ihm kommt als Relikt des Zweiten Weltkriegs eine hohe zeitgeschichtliche Bedeutung für Zons zu. Auch heute noch erinnern sich Menschen an ihre angsterfüllten Erlebnisse in der Anlage. Technikgeschichtlich bezeugt er unter anderem den Wandel von Selbstschutzräumen zu öffentlichen Luftschutzanlagen, der im Kreisgebiet ab 1943 wegen der zunehmenden Gefahren durch Luftangriffe einsetzte.

Stadt und Ehrenamtler richteten den Bunker wieder her
Bei der Instandsetzung des Bunkers haben Verein Luftschutzanlagen Rhein Kreis Neuss, Eigenbetrieb Dormagen, Untere Denkmalbehörde und Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) eng zusammengewirkt. Vereinsmitglieder haben die Anlage mit großem ehrenamtlichen Einsatz gereinigt und entrümpelt. Der städtische Eigenbetrieb als Eigentümer kümmerte sich um die notwendige Erneuerung der Beleuchtung und Fluchtwegbeschilderungen. Auch ein Stromanschluss ist inzwischen vorhanden und als letzter Schritt wurde am 20. Juni der ehemalige Notausgang wiederhergestellt.

Eine Besonderheit des Bunkers: Durch Undichtigkeiten in der Decke und eindringendes Wasser haben sich in den Räumen dünne Stalaktiten entwickelt, die zum Teil von der Decke bis zum Boden reichen. So verwandelt sich das Kriegsbauwerk allmählich ungeplant in eine Tropfsteinhöhle. Über der Bunkerdecke befindet sich heute ein Bouleplatz.
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