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Pilotprojekt strebt auch intelligente Ampelschaltungen an

23.04.2020 / 11:48 Uhr — Franziska Gräfe / duz

Foto: SWD In Workshops wird Grundlagenarbeit geleistet
In Workshops wird Grundlagenarbeit geleistet
Dormagen. In einer bislang in Deutschland wohl einzigartigen Kooperation von Industrie und öffentlicher Verwaltung treiben Stadtkonzern und CHEMPARK auch in der Corona-Krise gemeinsam das Projekt „Smart Industrial City“ voran. Keimzelle der Zusammenarbeit ist das 2017 gestartete „ChemLab“, wo die Idee, Technologie-Startups und Unternehmen aus der Chemie zu vernetzen, in konkrete Projekte überführt wurde. Aktuell werden beispielsweise Lösungen für eine digitalisierte Einlasskontrolle für den CHEMPARK erarbeitet.

Nun also der nächste Schritt: „Als ,Smart Industrial City‘ wollen wir als erste Kommune im Land zusammen mit der CURRENTA einen Schritt weitergehen. Wir wollen gemeinsam digitale Lösungen entwickeln für Aufgaben, die sowohl im CHEMPARK als auch im öffentlichen Raum bewältigt werden müssen und mit diesen Lösungen das öffentliche Leben für die Bürger angenehmer machen“, skizziert André Heryschek den konkreten Rahmen des Projekts. Er verantwortet bei der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SWD) das Thema Digitalisierung und erarbeitet aktuell den Förderantrag für das vom Bundesinnenministerium aufgelegte Programm „Smart Cities made in Germany“. Mit 750 Millionen Euro fördert der Bund Modellprojekte, die geeignet sind, „die Qualitäten der europäischen Stadt in das Zeitalter der Digitalisierung zu übertragen“, wie es in der offiziellen Ausschreibung heißt. Am 20. Mai endet die Antragsfrist für die zweite Förderstaffel der Smart Cities. Bis dahin soll der Dormagener Antrag, an dem auch Experten der Uni Siegen mitarbeiten, eingereicht werden.

Ein praktisches Beispiel für die „Smart Industrial City“ Dormagen könnten intelligente Ampelschaltungen und LKW-Leitsysteme sein, die die Belastung für alle Verkehrsteilnehmer reduzieren. Ein anderes kommt aus dem Bereich Infrastruktur: Wenn Kanäle mit Sensoren überwacht statt turnusmäßig überprüft werden, spart das der öffentlichen Hand Geld und Manpower. Es werden Ressourcen frei, die sinnvoll an anderer Stelle eingesetzt werden können. „Digitale Lösungen können den Service und die Lebensqualität für Bürger erhöhen, den ökologischen Fußabdruck verringern sowie eine wichtige Antwort auf den drängenden Fachkräftemangel liefern“, ist Michael Bison überzeugt. Er ist der Geschäftsführer der SWD, die als städtische Tochter das Thema für den gesamten Stadtkonzern vorantreiben soll.

In zwei Workshops haben Führungskräfte des Stadtkonzerns, des Rhein-Kreises Neuss und der CURRENTA in den vergangenen Monaten bereits Grundlagenarbeit geleistet. Nachdem im ersten Workshop die Themen Mobilität und Infrastruktur als Basisthemen definiert wurden, ging es zuletzt um die Anbindung von Projektideen an den sogenannten „Digitalen Zwilling“ – eine datenbasierte Simulationsumgebung, in der zum Beispiel Bau- und Infrastrukturmaßnahmen geplant und deren Auswirkungen simuliert werden können.

App gibt Aufschluss darüber, wie voll der Bus gerade ist
Auf der Zukunftsmesse „Digital Demo Day“ in Düsseldorf (Dormago berichtete) schaute sich die Community im Februar dann digitale Möglichkeiten aus der Nähe an. Klaus Schmitz, Geschäftsführer der StadtBus Dormagen GmbH, brachte davon schon eine konkrete Zukunftsidee für den Busverkehr mit. „Eine Kombination aus Sensoren, die über den Sitzen angebracht werden, könnte unsere Kunden über Handy- und Webapp in Echtzeit darüber informieren, wie stark die Busse gerade ausgelastet sind.“ Dies könne gerade in Coronazeiten bei der Entscheidung helfen, ob der Fahrgast den nächsten oder den übernächsten Bus nimmt. Grundsätzlich seien die Daten auch für die StadtBus GmbH selbst interessant, um zu bewerten, wo Linien verstärkt oder Taktungen ausgedünnt werden können. „Das Wissen nützt also auch der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens", so Schmitz. In Kooperation mit der SWD soll dieser Ansatz im Projekt weiter ausgearbeitet und umgesetzt werden. Die Kosten für einen Piloten schätzt die Gesellschaft auf circa 75.000 Euro.
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