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"Lauf der Kontraste" ohne Schuhe angetreten - Autobahnanschluss Thema in Delrath

21.06.2007 / 21:35 Uhr — Claudia Berg

Rhein-Kreis Neuss/Dormagen. Die letzten Bauwerke im alten Jüchener Ortsteil Otzenrath werden bald nur noch Geschichte sein, abgerissen für den Tagebau zwischen Garzweiler I und II. Zwischen den Baggern und vom Regen unwegbar gewordenen Matschhügeln steht ein kleines, grünes Zelt. Einige Menschen stapfen barfuss durch das regennasse Gras einer Obstwiese. „Wo wir stehen, soll demnächst ein 180 Meter tiefes Loch sein - wenn es nach RWE geht“, erklärt Dirk Jansen, Pressesprecher des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) NRW. Dem Verband gehört die kleine grüne Insel in dieser ungewöhnlichen Gegend. Gerichtlich kämpft der BUND gegen die Zwangsenteignung. Der „Lauf der Kontraste“ hätte wohl keinen passenderen Startplatz finden können.

Demian Kleinert und Matthias Scharpenberg gehen auf einen 400 Kilometer langen Marsch – barfuss und mit nur wenigen Euro in der Tasche. Der Weg führt sie von „der größten CO2-Schleuder zur Windenergie-Region Nr. 1“, wie sie sagen, von den Braunkohlekraftwerken in Grevenbroich in den Windpark nach Paderborn. An diesem Samstag wollen sie um zehn Uhr in Dormagen Station machen - Thema ist der nach Ansicht von Naturschutzverbänden zu große Flächenverbrauch beim geplanten Autobahnanschluss in Höhe Delrath.

Im Internet werden die beiden über ihre Erlebnisse und Beobachtungen Tag für Tag berichten und drei Wochen lang einen neuen „Kontrast des Tages“ aufzeigen. Ohne Geld und zu Fuß unterwegs - das ist weder für Kleinert noch für Scharpenberg ein unbekanntes Unterfangen. Der 19-jährige Demian Kleinert ist für den BUND schon drei Wochen bargeldlos durch Schweden gereist. „Als die Anfrage kam, ob ich bei diesem Projekt starten will, habe ich sofort ja gesagt“, erinnert sich der angehende Kunststudent. Matthias Scharpenberg, 20 Jahre alt, ist vor kurzem aus Japan zurückgekehrt. Zwei Wochen trampte er dort ohne Reisekasse durch das Land. „Es trifft mich also nicht unvorbereitet“, grinst er.

Zum ersten Mal wollen beide allerdings das Wandern ohne Schuhe angehen. „Wir möchten bei dieser Art des Reisens die Kontraste geistig, aber auch körperlich erfahren“, begründet Scharpenberg den Entschluss. Der Lauf ist ein Projekt innerhalb des landesweiten Wettbewerbs „Land der Kontraste“ für 15 bis 25-jährige Menschen. „Bei der Premiere des Wettbewerbs im letzten Jahr haben wir schon einmal mit zwei Wanderern einen solchen Lauf veranstaltet, allerdings mit einer anderen Strecke“, berichtet Anke König, die den Event für den Jugend-BUND NRW organisiert hat.

Und plötzlich sind Demian Kleinert und Matthias Scharpenberg (links) weg, zwischen Abraumbaggern und Erdhügel verschwunden. Mehr Informationen zum Wettbewerb, bei dem 15- bis 25-Jährige bis zum 23. September ihre Beiträge in verschiedenen Sparten einreichen können: Klick auf weitere Infos
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