© Suling & Zenk GbR / Erstellt am 23.02.2026 - 15:58 Uhr

GUT DRAUF-Haltung ist in der Rübe längst selbstverständlich

23.02.2026 / 11:36 Uhr — Info Dormago / duz

Der Kinder- und Jugendtreff „Die Rübe“ in Dormagen-Horrem wurde jetzt nach einem umfassenden und mehrstufigen Auditverfahren zum vierten Mal erfolgreich im bundesweiten Programm zur Gesundheitsförderung GUT DRAUF nachzertifiziert. Im Rahmen dieses Qualitätsprozesses werden Einrichtungen fachlich überprüft und müssen nachweisen, dass die drei zentralen Säulen – gesunde Ernährung, Bewegung und Stressregulation – nachhaltig und verbindlich im pädagogischen Alltag verankert sind.

Seit der Erstzertifizierung im Jahr 2009 – damals als erste Jugendeinrichtung im Rhein-Kreis Neuss – ist „Die Rübe“ kontinuierlich Teil dieses Qualitätsprozesses. GUT DRAUF wurde ursprünglich von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) entwickelt. Heute wird das Programm vom gemeinnützigen Verein transfer e.V. mit Sitz in Köln verantwortet, der bundesweit Schulungen, Qualitätsentwicklung und Zertifizierungen koordiniert. „Wir sind sehr dankbar, dass wir diesen Prozess seit 17 Jahren mitgehen dürfen und dass die GUT DRAUF-Haltung in unserer Einrichtung längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist“, sagt das Team der „Rübe“.

Was heute selbstverständlich wirkt, war 2009 noch ungewohnt: frisches Obst und Gemüse regelmäßig anzubieten, gemeinsam zu schnippeln, zu kochen oder bewusst Bewegungs- und Entspannungsangebote in den offenen Treffalltag einzubauen. Dank der kontinuierlichen Unterstützung der Dormagener Tafel erhält die Einrichtung seit vielen Jahren wöchentlich frisches Obst und Gemüse, sodass gesunde Ernährung für die Besucherinnen und Besucher kostenfrei und niedrigschwellig möglich ist.

Besonders in den vergangenen Jahren ist die Säule der Stressregulation stärker in den Fokus gerückt. Jugendliche erleben heute eine dauerhafte Reizüberflutung – insbesondere durch intensive Social-Media-Nutzung und ständige digitale Erreichbarkeit. Entsprechend gewinnen Angebote zur Entschleunigung, zur bewussten Wahrnehmung und zur sozialen Begegnung zunehmend an Bedeutung. Musik, Lichtkonzepte, gemeinschaftliche Aktivitäten oder analoge Spiele schaffen bewusst Gegenräume zum digitalen Dauerstrom.

Ein Beispiel dafür ist der neue Billardtisch, der dank der Unterstützung des TSV Bayer Dormagen und des Lions Club Dormagen angeschafft werden konnte. Er dient nicht nur der Geselligkeit, sondern auch als niederschwelliges Element der Stressregulation – durch Bewegung, Konzentration und gemeinsames Erleben. Ein weiteres Beispiel zur Entlastung im Alltag ist das Angebot „Nachtfußball“, das in Kooperation mit Streetwork Dormagen organisiert wird. Jeden Freitag spielen zwischen 20 und 23 Uhr rund 50 Jugendliche in einer städtischen Sporthalle Fußball – ein niedrigschwelliges Bewegungsangebot, das Gemeinschaft stärkt und einen aktiven Ausgleich zur digitalen Dauerpräsenz schafft.

Ergänzend dazu bietet seit drei Jahren eine approbierte Psychotherapeutin wöchentlich eine offene psychologische Beratung in der „Rübe“ an. Jeden Dienstag von 16 bis 20 Uhr können Jugendliche ohne Termin, Überweisung oder Krankenkassenkarte im geschützten Freizeitkontext Unterstützung in Anspruch nehmen – freiwillig, vertraulich und unkompliziert.

Träger der Einrichtung ist die Diakonie Rhein-Kreis Neuss, die aus ihrem diakonischen Auftrag heraus soziale Angebote im Rhein-Kreis Neuss gestaltet. Als Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit ist „Die Rübe“ in diese Trägerstruktur eingebunden und erhält die fachliche und organisatorische Unterstützung, die es braucht, um Qualitätsprozesse wie GUT DRAUF nachhaltig weiterzuführen.

Foto(s): © Archiv Dormago

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Vor 13 Jahren gab es die Urkunde nach der ersten Nachzertifizierung