© Suling & Zenk GbR / Erstellt am 19.02.2026 - 16:33 Uhr

Aus der Lukaskirche in Stürzelberg wird eine Kita

19.02.2026 / 12:28 Uhr — Dormago / duz

Der Rückgang der Mitgliederzahlen macht sich bei der Evangelischen Kirche in Dormagen bemerkbar: Waren in den 1960er und 70er Jahren noch bis zu 15.000 Personen registriert, so wurden Ende Dezember 2024 nur noch 7115 gezählt. Am 31. Dezember 2025 waren es noch exakt 6836. Als Reaktion auf die Entwicklung in der gesamten Region hat der Kirchenkreis Gladbach-Neuss im letzten November einen Strukturprozess angestoßen. Der setzt sich damit auseinander, wie die Arbeit mit immer weniger Ressourcen (Finanzen, Gebäude, Angebote und Personal) in Zukunft funktionieren kann. Der entsprechende Plan soll bis 2035 umgesetzt werden.

Konkret bedeutet das: Aus den aktuell 39 Pfarrstellen im gesamten Kirchenkreis werden voraussichtlich etwa 19 laut Pfarrstellenrahmenplan der Landeskirche. In der „Region Ost“ mit Dormagen, Kaarst und Neuss) sind es in zehn Jahren nur noch sieben. Und in Dormagen bleiben demnach aus den bislang drei Pfarrstellen (Pfarrerin Späth ist zur Hälfte der Krankenhausseelsorge zugeordnet) lediglich 1,5 Stellen ab 2035. Beabsichtigt ist, dass sich die Ev. Kreuzkirchengemeinde Nievenheim und die Ev. Kirchengemeinde Dormagen auf den Weg einer Fusion machen, sodass zukünftig in der Kommune Dormagen zwei Pfarrstellen vorgehalten würden - in der Kreuzkirchengemeinde käme es zur Reduktion auf eine halbe Stelle.

Auswirkungen gibt es auch mit Blick auf die Anzahl der kirchlich genutzten Gebäude. Dabei steht für die Beteiligten fest: „Die Christuskirche am zentralen Standort Dormagen-Mitte ist als größte Gottesdienststätte mit Räumlichkeiten für die Gemeindebücherei und auch sonst gut genutzten Nebenräumen samt unmittelbarer Nähe zum Gemeindebüro in jedem Fall zu erhalten. Gleiches gilt für die kürzlich im Zusammenhang mit dem Anbau einer Kita auch als Gemeindezentrum dienende Matthäuskirche in Delhoven.“

So geht der Blick in den Bezirk Zons und Stürzelberg: In Stürzelberg sei der Kirchraum mit seinen bis zu 200 Plätzen überdimensioniert, zumal die Besucherzahlen in den üblichen Sonntagsgottesdiensten meist überschaubar seien. Und die Gebäudesubstanz der 1967 erbauten Lukaskirche ist in die Jahre gekommen. In Zons bestehe ein lebendiges Gemeindeleben mit unterschiedlichen Aktivitäten, der Gottesdienstbesuch entspreche dem Raumangebot in der Friedenskirche. Zudem gebe es dort ein spezielles Angebot für Jugendliche. Nach der erfolgten Abwägung wird es also die Lukaskirche in Stürzelberg treffen. Bei einer Gemeindeversammlung wurden Interessierte vor kurzem informiert.

Eine alternative Nutzung des dortigen Kirchenraums als Altenheim erwies sich aus verschiedenen Gründen als nicht durchführbar. Machbar ist aber die vollständige Nutzung als Kindertagesstätte, zumal seitens der Stadt Dormagen ein weiterer Platzbedarf für Kitas signalisiert wurde. Anhand eines Modells kann die äußere Hülle der Lukaskirche erhalten bleiben und nach Entkernung Platz für drei Kita-Gruppen bieten. Weitere drei Gruppen können in einem separaten Anbau auf dem Gelände geschaffen werden. Der einzeln stehende Glockenturm muss deshalb wohl weichen. Der Betrieb der Kita soll durch die Ev. Sozialwerk Dormagen gGmbH erfolgen.

Um möglichst für das Kindergartenjahr 2027/2028 die Kindertagesstätte in Betrieb nehmen zu können, ist ein Baubeginn im Spätsommer 2026 erforderlich. Für die unmittelbare geplante Bauphase bis Herbst 2027 ist es erforderlich, nach räumlichen Alternativen für Gottesdienste und die Gemeindearbeit in Stürzelberg zu suchen. Bisher als Pfarrbüro genutzte Räumlichkeiten stehen noch länger als Behelf zur Verfügung. 

Nach Abschluss der Bauphase finden sich in dem von der Kita hauptsächlich genutzten Umbau der Lukaskirche mit einem kleinen Anbau Räume unterschiedlicher Größe samt Toiletten und Teeküche, die über einen von der Kita-Nutzung unabhängigen separaten Zugang verfügen und nach Darstellung der Kirche vielfältige Möglichkeiten für eine Gemeindearbeit vor Ort in Stürzelberg ermöglichen. Insgesamt handelt es sich um circa 120 Quadratmeter mit einem kleinen Bereich für zum Beispiel Seelsorgegespräche, einen größeren Raum für Besprechungen und einen rund 80 qm großen Raum für unterschiedliche Gruppen einschließlich Andachten, Teeküche und Toilette.

Für die Lukaskirche ist das Ende absehbar. Ein Termin für den Entwidmungsgottesdienst ist für Sonntag, 28. Juni, 11 Uhr, geplant.

Foto(s): © Dormago / duz

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Der Termin für den Entwidmungsgottesdienst für die Lukaskirche in Stürzelberg ist bereits geplant