Gründung eines Geburts- und Familienhauses lebt weiter
Die Auseinandersetzung über den Erhalt der Geburtenstation im Dormagener Krankenhaus bestimmte lange die Schlagzeilen. Letztlich musste die Station sich Richtung Lukas in Neuss verabschieden. Weder eine Unterschriftenaktion noch das eingeleitete Bürgerbegehren konnten das verhindern. Aber immerhin gab es so etwas wie einen Kompromiss zwischen den Initiatoren und dem Rhein-Kreis Neuss: Der führte zu ergänzenden Vor- und Nachsorge- sowie Kursangeboten und einer Hebammensprechstunde am Rheinland Klinikum.
Weiter existent ist freilich die Idee der Gründung eines Dormagener Geburts- und Familienhauses. Vorrangiges Ziel hierbei sei eine zuverlässige und nachhaltige Versorgungsstruktur rund um die Geburt für Schwangere und junge Familien in Dormagen, besagt die entsprechende Vorlage für den Ausschuss für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Senioren, der erstmals am 19. Februar tagt.
Die Stadt prüft derzeit die Möglichkeit, ein solches Haus in der Region zu etablieren. Aufgrund begrenzter kommunaler Ressourcen sowie „haftungs- und betriebsrelevanter Risiken“ stehe dabei insbesondere ein autark geführtes Geburtshaus im Fokus - getragen von einem selbständigen Hebammenteam. Diese Organisationsform reduziere direkte Verantwortung, Haftungsrisiken und laufende Betriebskosten für die Stadt. Gleichzeitig würde sie allerdings wirtschaftliche, organisatorische und medizinische Verantwortung vollständig auf die Hebammen verlagern.
Nunmehr wird die „Kombination aus einem autark geführten Geburtshaus und einem kommunal getragenen Familienhaus als strukturell stabil, wirtschaftlich tragfähig sowie langfristig resilienter für Stadt, Familien und Hebammen eingeschätzt.“ Das Dormagener Geburts- und Familienhaus soll nach den Vorstellungen eine „zentrale Anlaufstelle für Familien sein, die nicht nur für Informationen und Beratung sorgt, sondern auch einen Ort für Austausch und gegenseitige Unterstützung bietet.“
Besonders die Vernetzung von Eltern und der Raum für verschiedene Kursangebote und Beratungen erscheinen aus Sicht der Stadt „sehr sinnvoll, um den Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden.“ Aktuell wird durch ein externes Architekturbüro eine Machbarkeitsstudie für einen potenziell geeigneten Standort durchgeführt.