Karriereende mit einem weinenden und einem lachenden Auge
Die deutsche Nationalturnerin Sarah Voss verabschiedet sich aus dem Spitzensport. Die 25-Jährige, die über Jahre zu den erfolgreichsten Turnerinnen Deutschlands zählte, hatte seit längerer Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Nun beendet die zweifache Olympiateilnehmerin von Tokio und Paris ihre aktive Laufbahn – voller Dankbarkeit und mit dem Blick nach vorn.
Dormagens mehrfache Sportlerin des Jahres feierte eindrucksvolle Erfolge: Sie wurde zweimal deutsche Meisterin im Mehrkampf sowie jeweils dreimal am Sprung und am Schwebebalken. Bei der WM in Stuttgart 2019 erreichte sie im Mehrkampf Rang 10 und belegte im Balkenfinale Platz 7. Vor allem ihr famoser Auftritt bei der EM 2022 in München bleibt im Gedächtnis. Mit einer Wadenverletzung sprang die Studentin als letzte deutsche Turnerin eine Doppelschraube und sicherte so dem DTB-Team die Bronzemedaille.
„Schon in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2024 und besonders während der Wettkämpfe habe ich gespürt, wie sehr mich die gesundheitlichen Belastungen – insbesondere die Folgen einer Borreliose-Infektion – an meine Grenzen bringen. Ich habe versucht, stark zu bleiben, weiterzumachen. Aber innerlich war ich längst erschöpft. Nach den Spielen kam ich an einen Punkt, an dem ich nicht mehr weiterkonnte – körperlich und vor allem auch mental. Die Entscheidung fällt mir nicht leicht, doch sie fühlt sich richtig an. Ich beende meine Karriere im Leistungssport – mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Denn auch wenn ein bedeutendes Kapitel meines Lebens zu Ende geht, öffnet sich nun ein neues. Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen weiterzugeben. Mich für Themen zu engagieren, die mir am Herzen liegen – im Sport und darüber hinaus“, erklärte Voss in einem sehr persönlichen Statement.
Aktuell ist Sarah Voss in Dresden als ARD-Kommentatorin bei den Turn-Wettbewerben im Rahmen der „Finals“ im Einsatz.
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