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DORMAGO

Zweiter Platz beim bundesweiten Wettbewerb: Marcel und Marvin zur Preisverleihung in Berlin

09.11.2007 / 14:59 Uhr — Annette Höpfner

Dormagen. Zwei Jugendliche des Jugendhilfezentrums Raphaelshaus haben bei dem bundesweit ausgeschriebenen Hip-Hop Wettbewerb "School Jam Lyrics" den zweiten Platz belegt. Mitte November geht es auf Einladung des MM-Musik-Media-Verlags mit dem Flugzeug zur großen Preisverleihung zu Viva nach Berlin.

Stolz sind sie schon, Marcel Vogels und Marvin Bach, obwohl sie mit ihrem Erfolg nicht prahlen wollen. Denn immerhin ist ihr Text unter über 2000 Einsendungen mit einem Preis gekrönt worden. Im Jurorenteam saßen Promis aus der Musikszene wie Yvonne Catterfeld, der Musikproduzent Dieter Falk, Franky von der Gruppe Nevada Tan, Marcus Adam von Viva, der Viva VJ Klaas Vegas, der Schauspieler und Musiker Max von Thun und einige Vertreter aus der Presse. In ihrem Rap „Danke für Hip-Hop“ beschreiben die beiden die Entwicklung ihrer Lieblingsmusikrichtung, von den Anfängen als Ghetto-Kultur der Schwarzen, den friedlichen Battels in den 70ern bis zu den extremen Konkurrenzkämpfen und den Gewalt verherrlichenden Raps. Die Botschaft: Hip-Hop heißt Respekt vor dem Kontrahenten zu haben. „... sich gegenseitig zu sagen was einander stört ohne sich danach noch zu schlagen“ heißt es in einer Passage.

Mit solch einem Erfolg haben der 14-jährige Marvin und der 16-jährige Marcel - aber auch ihre Musiklehrerin Dorothee Bornemann - nicht gerechnet. Sie freuten sich schon, als vor ein paar Wochen ein Brief in die Kurt-Hahn Gruppe flatterte, auf dem ihnen zu einem Platz unter den ersten 100 Lyrics gratuliert wurde. Denn ab da stand fest, dass ihr Rap zusammen mit den übrigen 100 Texten in einem Buch veröffentlicht wird und dann im Handel frei erhältlich ist. Den Erlös aus dem Buchverkauf gibt der Veranstalter MM-Verlag Köln an Jugend- und Bildungseinrichtungen in sozialen Brennpunkten weiter.

School Jam Lyrics dient seinen Förderern, unter anderem dem Bundesjugendministerium, Spiegel-online und Viva, auch als Stimmungsbarometer. Über die eingesendeten Lyrics erfahren sie, was die Jugendlichen heutzutage beschäftigt und wie ihre Lebenssituation in Deutschland derzeit ist. Auf die Preisverleihung in Berlin sind Marcel und Marvin gespannt. Vielleicht ergebe sich ein Weg, so hoffen die beiden Freunde, in Zukunft noch mehr mit eigenen Hip-Hop Texten zu machen.
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Interview mit Marcel Vogels und Marvin Bach
Was bedeutet das für Euch?
Marcel: „Ich freue mich drauf, aber erzähle es nicht so rum. Das ist schon ein riesiger Erfolg. Ich würde gerne weitermachen.“

Marvin: „Ich habe schon öfters Rap-Lieder gemacht. Trotzdem habe ich mich schon gefreut unter den ersten 100 zu sein. Dass es jetzt der 2. Platz ist, habe ich nie vermutet. Das zeigt, dass wir das ganz gut können. Sicher können wir noch was dazu lernen, vielleicht auch noch etwas erreichen.“

Wie seid Ihr auf das Thema Hip-Hop gekommen?
Marcel: „Wir hatten das Thema im Unterricht durchgenommen. Später kam unsere Lehrerin mit dem School Jam Textwettbewerb an. Da haben wir beschlossen mitzumachen und zu erklären, wie Hip-Hop entstanden ist.“ Pressefotos