DORMAGO

Kein Gift in Laienhand - Sinnvolle Abwehr gefräßiger Raupen

28.06.2020 / 19:57 Uhr — Presseinfo VZ / duz

Angesichts steigender Temperaturen sehen Gartenbesitzer die Plagen schon kommen: Buchsbaumzünsler und Eichenprozessionsspinner (siehe auch Bericht auf Dormago) bevölkern nun zunehmend wieder Gärten und Grünanlagen. „Um den Kahlfraß an Buchsbäumen und Eichen zu verhindern, sind im Hinblick auf Gesundheit und Umwelt gifthaltige Schädlingsbekämpfungsmittel ein No-Go“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Bei der Bekämpfung der gefräßigen Raupen in Buchsbäumen sei der Einsatz von im Handel erhältlichen chemischen Keulen nicht ratsam. Um dem Eichenprozessionsspinner den Garaus zu machen, sollte sich zur Sicherheit von vorneherein nur ein Fachmann kümmern, der umsichtig vorgeht. "Ob wegen Raupen oder Wespen, im Sommer häufen sich bei uns die Beschwerden über unseriöse und überteuerte Schädlingsbekämpfer", stellt Ralf Eming von der Beratungsstelle in der Kölner Straße fest. Er empfiehlt, rechtzeitig fachkundige und seriöse Anbieter zu recherchieren, um dann im Ernstfall vorbereitet zu sein. "Sonst bezahlt man eventuell sehr viel Geld für eine schlechte und im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädliche Leistung."

Die Verbraucherzentrale NRW hat für Gartenbesitzer weitere Hinweise zur sorgsamen Abwehr der schädlichen Plagen:
Chemische Keulen schaden statt zu helfen: Wegen der möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt gehören gifthaltige Schädlingsbekämpfungsmittel auf keinen Fall in Laienhand! Produktetiketten, Gebrauchsanleitungen sowie auch die Beratung im Handel weisen oftmals nicht ausreichend auf die gesundheitlichen und ökologischen Risiken hin. Frei verkäufliche Mittel können bei Mensch und Haustier zu ernsthaften Vergiftungen bis hin zu Krebs führen. Bei unsachgemäßer Anwendung riskieren die Anwender - egal ob Laie oder Profi - gesundheitliche Schäden wie Atemnot, Übelkeit, Schwindel oder Allergien.

Buchsbaumzünsler ohne schädliche Mittel vertreiben: Die hungrige Raupe aus Ostasien wurde vermutlich Anfang dieses Jahrhunderts mit Pflanzenimporten nach Mitteleuropa eingeschleppt. Die starke Vermehrung richtet in vielen Regionen große Schäden an und führt zu einem Teufelskreis: Die letzte Raupengeneration eines Jahres überwintert im Buchsbaum und verpuppt sich im Frühling. Aus den Puppen schlüpfen Falter, die innerhalb kurzer Zeit neue Eier auf den Buchsbäumen ablegen. Daraus schlüpft dann die nächste Raupengeneration. Das passiert pro Jahr zwei bis drei Mal. In Massen können die Raupen in kürzester Zeit große Buchsbaum-Bestände zerstören.

Insektenkundler bestätigen, dass es weder chemische Mittel noch Lockstofffallen mit Pheromonen gibt, die den schädlichen Befall von Buchsbäumen dauerhaft bekämpfen können. Deshalb rät die Verbraucherzentrale NRW davon ab, dem Buchbaumzünsler mit chemischen Mitteln zu Leibe zu rücken. Ihre Umweltberater empfehlen regelmäßiges Absammeln der Raupen oder das Absprühen der Sträucher mit einem Hochdruckreiniger. Ist ein Buchsbaum nicht mehr zu retten, empfiehlt sich das Pflanzen einer anderen Art: Der Japan-Ilex sieht dem Buchsbaum von allen Ersatzpflanzen am ähnlichsten.

Eichenprozessionsspinner vom Profi beseitigen lassen: Die Raupen dieses Schmetterlings vertilgen am liebsten junges Eichenlaub. Mit dem Austreiben der Blätter schlüpfen die Larven und ziehen in Prozessionen von Baum zu Baum und machen sich über die jungen Triebe her. Die Eiablagen sind gut getarnt und kaum zu entdecken. Sind Eichen im Garten oder in öffentlichen Grünflächen vom Eichenprozessionsspinner befallen, ist große Umsicht angebracht. Denn die winzigen Haare der Raupen enthalten ein Gift, das auf der Haut und an den Schleimhäuten allergische Reaktionen - juckende Hausausschläge bis hin zu Asthmaanfällen - hervorrufen kann. Befallene Bäume sollten deshalb großflächig abgesperrt und ein Kontakt weiträumig vermieden werden. Bei starkem Befall empfiehlt es sich, einen zertifizierten Baumpfleger mit der Beseitigung der Raupen zu beauftragen. Vor seinem Einsatz sollte geklärt werden, inwieweit er unbedenkliche Mittel zur Bekämpfung verwendet. Gartenbesitzer sollten auf keinen Fall versuchen, die Raupen selbst zu entfernen, da sie hierzu eine besondere Schutzkleidung benötigen und der Befall umsichtig entsorgt werden muss.

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Erstellt am 24.01.2021 - 22:13 Uhr