DORMAGO

Quelle: www.dormago.de

Auszeichnung für wissenschaftliche Studie

(29.11.18, 14:26 Uhr / Carolin Eckel / duz)

Dormagen. Über eine weitere Auszeichnung darf sich Professor Stefan Soltész, Chefarzt der Klinik für Anästhesie am Krankenhaus Dormagen, freuen: Sein wissenschaftlicher Beitrag über die Beatmung von Risikopatienten stieß international auf viel Beachtung und wurde von der renommierten englischsprachigen Fachzeitschrift „Anaesthesia“ zu einem der besten Artikel des Jahres 2017 gekürt. Die Veröffentlichung des Dormagener Mediziners ist das Ergebnis einer zweijährigen Studie an der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin im Krankenhaus Dormagen. Titel: „Die Wirkung einer neuromuskulären Blockade auf die Effizienz der Gesichtsmaskenbeatmung bei schwer beatembaren Patienten“.

Patienten unter Vollnarkose müssen nahezu immer beatmet werden. In der Regel ist das unproblematisch. In seltenen Fällen allerdings treten, trotz unterschiedlicher Techniken, Schwierigkeiten auf und der Patient kann nur schlecht beatmet werden. Dann besteht unmittelbare Lebensgefahr. Für ihre Forschung wählten Professor Soltész und Assistenzärztin Patricia Alm gezielt Patienten aus, die ein erhöhtes Risiko für die Maskenbeatmung hatten. Ein Patient gilt dann als risikoreich, wenn ein Facharzt für Anästhesie Schwierigkeiten hat, mit Hilfsmitteln eine ausreichende Sauerstoffsättigung des Blutes zu erreichen.

Der aktuelle Kenntnisstand war bislang, dass so genannte Muskelrelaxantien – also Medikamente zur Entspannung der Muskulatur – die Beatmung erleichtern können. Da sie jedoch zugleich die Atemmuskulatur lähmen, verhindern sie auch, dass der Patient selbständig atmet. Das wirft die Frage auf, welches Risiko höher zu bewerten ist: eine erschwerte Beatmung oder die vergebene Chance auf eine schnelle Rückkehr der Spontanatmung. Über dieses Thema gibt es bereits zahlreiche Publikationen, die unterschiedliche Meinungen transportieren, aber bisher nur wenige Studiendaten.

Das Team um Professor Soltész führte bei seinen Patienten deshalb ein Protokoll über die gemessene Qualität der Maskenbeatmung, beispielsweise über das Atemzugvolumen. Dabei unterschied er zwischen den Daten vor der Gabe eines Muskelrelaxans und denen danach. Bei seiner Untersuchung zeigte sich, dass immer eine Verbesserung der Beatmung erreicht wurde, eine Verschlechterung trat in keinem Fall ein. Besonders ausgeprägt war das positive Ergebnis in jenen Fällen, bei denen Patienten tatsächlich schwer zu beatmen waren. Diese Erkenntniswurde so noch nie nachgewiesen. Die frühe Verwendung eines neuromuskulären Blockierungsmittels kann deshalb als therapeutisches Mittel erwogen werden, falls sich die Maskenbeatmung als schwierig erweist.

Foto(s): © RKN Kliniken

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Prof. Dr. Stefan Soltész, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin im Krankenhaus Dormagen





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Erstellt am 21.08.2019 - 05:10 Uhr