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Quelle: www.dormago.de

Charlotte Horn zeigt Bilder die wehtun

(20.11.16, 15:18 Uhr / Dormago)

Zons. "Prägende Einflüsse, Eindrücke, Erinnerungen, Erlebnisse meines Lebens verarbeite ich in Gemälden, auf dass die Außenwelt der Realität mit der Innenwelt der Gefühle, Einsichten, zu einer einheitlichen Bildwelt verschmilzt und durch die Jahre die Summe der Bilder zur Summe des Lebens wird." So beschreibt die Rommerskirchnerin Charlotte Horn ihre Arbeit - einen wichtigen Teil zeigt die Ausstellung "Die Würde des Menschen ist unantastbar" mit 24 Graphitbearbeitungen, die noch bis zum 30. November in der Zonser Tourist-Info zu sehen sind. Die Ausstellung fand auch vor einem Jahr im Düsseldorfer Landtag großes Interesse.

"Charlotte Horn gibt den Opfern des Holocaust Gesicht und Charakter und transportiert das Grauen dadurch viel eindringlicher, als bloße Zahlen es zu tun vermögen", sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld bei der Eröffnung. Durch die Auseinandersetzung mit ihrer Heimatstadt Nürnberg habe sie im Holocaust ihr küstlerisches Thema gefunden. Ihr Buch "Gedanken und Bilder zum Holocaust" wurde 2012 in die Bibliothek der jüdischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem aufgenommen. Darin befinden sich viele der Zeichnungen wieder, die jetzt an den Wänden der Tourist-Info hängen. Lierenfeld: "Es sind Bilder, die wehtun." Zu sehen sind bis auf die Knochen abgemagerte Häftlinge, Männer die am Galgen aufgeknüpft wurden. Oder auch eine Gruppe Frauen auf dem Weg in die Gaskammer. Die Zeichnungen zeigen einerseits, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind, andererseits aber auch, wie viel Leid Menschen erdulden können. Als Vorlage dienten der Künstlerin Fotografien des britischen Historikers Laurence Rees.

Übereinstimmend machen Lierenfeld und Kunsthistorikerin Gabriele Bundrock-Hill deutlich: "Da die Erinnerung an die Monstrosität der Shoah nachlassen wird, weil die Überlebenden und Zeitzeugen sterben, liegt unsere Verantwortung in der Erinnerungsarbeit, um das Vergessen und die Nachkriegslebenslüge scheitern zu lassen."

Foto(s): © duz

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Charlotte Horn vor einem Bild ihrer Ausstellung in der Tourist-Info





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Erstellt am 12.07.2020 - 18:35 Uhr