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13.02.2012 / 16:32 Uhr — Currenta / duz
Dormagen/Leverkusen. Tüfteln für den Unternehmens-Erfolg ist bei den Currenta-Mitarbeitern an den drei CHEMPARK-Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen nach wie vor die Betriebs-"Sportart" Nummer eins: Das Online-Portal des Currenta Ideen Managements (CIM) verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt 3073 Verbesserungs-Vorschläge. Die Tüftler erhöhten die Sicherheit, zeigten Einspar-Potenziale auf und optimierten Produktionswege. 3267 Currenta-Mitarbeiter waren teilnahmeberechtigt - die Beteiligungsquote betrug nahezu 100 Prozent. Auf 1000 Mitarbeiter entfielen 941 erfasste Ideen und damit fast so viele wie im Jahr zuvor. 2010 waren 3075 Vorschläge eingebracht worden - damals hatte die Teilnehmer-Quote bei 947 gelegen. "Wir freuen uns sehr darüber, dass sich unsere Mitarbeiter so stark für die Optimierung von Arbeitsabläufen in unserem Unternehmen einsetzen. Auch künftig bauen wir auf ihre Kreativität, denn ihre Anregungen sind für uns unverzichtbar", betonte Currenta-Geschäftsführer Dr. Joachim Waldi.
Insgesamt lag die dank der Verbesserungen erzielte Ersparnis für Currenta im Vorjahr bei über 2,11 Millionen Euro. Der CHEMPARK-Betreiber zahlte im Gegenzug Prämien in einer Gesamthöhe von fast 697.400 Euro aus. Die eingereichten Vorschläge konnten nahezu komplett bis zum Jahresende geprüft, bewertet und abgeschlossen werden. Die meisten stammten aus Leverkusen (1792 Vorschläge), gefolgt von Dormagen (756) und Krefeld-Uerdingen (510). 1636 Ideen wurden nicht nur für gut befunden, sondern bereits in die Tat umgesetzt - das entspricht einer Realisierungsquote von 54 Prozent. Nach dem Motto "Doppelt gedacht ist besser" ließ ein großer Teil der Ideen-Geber gemeinsam die Köpfe rauchen. So wurden im Vorjahr 43 Prozent aller Ideen (1319) als Gruppen-Vorschläge mit mehr als einem Einreicher registriert. Der Fantasie der Mitarbeiter waren dabei keine Grenzen gesetzt. Dabei machte es sich durchaus bezahlt, sich über Einsparmöglichkeiten von Geld, Energie und Arbeitsaufwand den Kopf zu zerbrechen.
Chemotechniker senkten Lösemittel-Verbrauch
Das bewiesen zum Beispiel Karsten Szczesniak (Foto) und Gregor Langwald, die in Dormagen im Bereich Polymeranalytik arbeiten. Die beiden Chemotechniker hatten schon in der Vergangenheit ein ausgeklügeltes System entwickelt, das mit Hilfe der so genannten "Asymmetrischen Flussfeldflussfraktionierung" unter anderem Proben von Kautschuk misst, wie er beispielsweise in Autoreifen vorkommt. Ein solches Verfahren wird in Deutschland außer von Currenta nur von der Universität Darmstadt eingesetzt. Um die unterschiedliche Größe der Moleküle und deren Verteilung messen zu können, werden die Proben in speziellen Chemikalien gelöst. Die beiden Chemotechniker störten sich aber am enormen Material-Aufwand: Die bis zu acht Stunden dauernde Messung verbrauchte bis zu vier Litern Lösemittel je Probe.
Ihr Vorschlag: Die benötigte Lösemittel-Menge so zweizuteilen und zu filtern, dass der weitaus größere Teil in das Lösemittelgefäß zurückfließt und wieder benutzt werden kann, ohne dass die Analyse verfälscht wird. Diese Methode erlaubt seitdem auch Messungen über Nacht und an Wochenenden. Bei knapp 1100 Liter eingesparten Lösungsmitteln in zwölf Monaten ergab sich bereits nach einem Jahr ein beträchtlicher Vorteil. Auf fünf Jahre hochgerechnet, liegt die Ersparnis bei über 36.500 Euro. Dafür heimsten die beiden Einreicher Prämien von insgesamt rund 2420 Euro ein. Dieser Vorschlag war einer von 23, bei denen der Nutzen mehr als 5000 Euro pro Jahr ausmacht.
Selbst Pechvögel gehen übrigens nicht leer aus. Werden ihre Ideen zwar für gut befunden, aus "widrigen" Gründen aber nicht umgesetzt, ist ihnen immerhin noch eine Anerkennungs-Prämie in Höhe von 50 Euro sicher. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein Mitarbeiter eine Super-Idee für eine Verbesserung hatte, aber nicht wissen konnte, dass genau diese ohnehin schon geplant war. Allein im letzten Jahr zahlte Currenta 468 solcher Anerkennungs-Prämien aus. Foto: Currenta
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