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„Wildes Zons“: Eindrucksvolle Fotografien, Kunst und Zinn

04.07.2020 / 8:15 Uhr — Dormago / duz

Foto: Dormago / duz Josef Otulak vor den Schmetterlingsfotos der Ausstellung
Josef Otulak vor den Schmetterlingsfotos der Ausstellung Diverse Bienen sind natürlich auch zu sehen
Diverse Bienen sind natürlich auch zu sehen Interessant: der Blütenaufbau im Modell
Interessant: der Blütenaufbau im Modell
Zons. Corona hat das Programm im wieder geöffneten Zonser Kreismuseum ein wenig durcheinander gewirbelt - was aber der Qualität keinen Abbruch tut. „Wir haben spontan etwas Hübsches arrangieren können“, freut sich Museumsleiterin Anna Karina Hahn über die Präsentation unter dem Titel `Wildes Zons`. „Die Ausstellung passt zur derzeitigen Rückbesinnung auf Zuhause und die Natur“, betont die bei diesem Projekt federführende Kollegin Verena Rangol. Herausgekommen ist eine faszinierende Verbindung der Naturfotografien von Josef Otulak mit Gemälde, Skulpturen und Kunsthandwerk mehrerer Künstler*innen.

Seit 30 Jahren erstellt Josef Otulak Foto-Dokumentationen. „Mir liegt die Entwicklung der Natur am Herzen“, sagt der 71-Jährige, der Flora und Fauna in und um Zons ein „Weltklasseniveau“ bescheinigt. Aus vielfachen Beobachtungen kann er seine Aussage belegen: „Hier brütet der Austernfischer, der eigentlich nur an den europäischen Küsten oder am Nordatlantik anzutreffen ist.“ Mit seiner Kamera hat er auch das Taubenschwänzchen fotografiert - der Wanderfalter ist in der Lage, innerhalb von sechs Sekunden von 0 auf 80 km/h zu beschleunigen, sagt Otulak. Wenn er sich morgens um 4 oder um 5 Uhr auf den Weg macht, dann hält er mit seinem Aufnahmegerät auch Töne fest, die er den vielen Vögeln der Dormagener Rheinschleife zumeist zuordnen kann. Abends kommt häufig hinzu, was das Ohr gar nicht wahrnehmen kann: Geräusche etwa von Fledermäusen.

Das rund 1,5 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet am Rhein beherbergt eine faszinierende Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustüre. Die abwechslungsreiche Landschaftsstruktur aus Deich, Feld, Wald und Rheinufer bietet Flora und Fauna verschiedenster Arten einen paradiesischen Lebensraum. Insekten, darunter zahlreiche Schmetterlinge und Bienenarten, tummeln sich auf den grünen Wiesen, Sing- und Greifvögel bevölkern die Lüfte und treffen im „Garten von Zons” auf Steinmarder, Beißschrecken und Wespenspinnen. Josef Otulak dokumentiert mit seinen Fotografien den Naturraum im Detail. Wespennester oder auch Vogeleier, zur Verfügung gestellt vom Umweltamt des Rhein-Kreis Neuss sowie der Biologischen Station im Rhein-Kreis Neuss, ergänzen die Aufnahmen anschaulich.

Passende Werke von Künstler*innen machen die Ausstellung so außergewöhnlich. Die Natur war seit jeher Inspirationsquelle und Lehrmeister für die bildende und angewandte Kunst: Sie folgte den dort gefundenen Vorbildern, imitierte und veränderte diese bereits seit der Antike. Im Zuge der Präsentation haben sich Künstler auf unterschiedliche Art und Weise mit der Natur und ihrer Darstellung auseinandergesetzt. Dabei spielt die ganz persönliche Sichtweise und Wahrnehmung die wesentliche Rolle. So lassen sich natürliche Strukturen von Insektengliedern in Skulpturen oder das feine Liniengerüst eines Blattes auf Gemälden wiedererkennen. Aus in der Natur gefundenen Anregungen entstehen weitergedachte, faszinierende Natur-Kunstwerke.

Die genaue Beobachtung und das Spiel mit den Formen der Natur beherrschte auch schon der Jugendstil in Perfektion: So ergänzen ausgesuchte Stücke aus der Kreismuseumssammlung „Zinn des Jugendstil” die Ausstellung und präsentieren Insekten und Pflanzen auf glänzender Oberfläche. Ohrringe, die an Schmetterlingsflügel erinnern, Broschen, die wie feine Blattstrukturen aussehen und Kettenanhänger in Form eines Ginkgoblattes.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler
Josef Otulak, Naturfotografie
Christina Althaus, Künstlerin
Joachim Conrad, Künstler
Günther Kallen, Künstler
Alke Reeh, Schmuckdesignerin
Gabriele Wehrmeyer, Textilkünstlerin

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten (dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr) bis zum 23. August besichtigt werden. Josef Otulak informiert bei öffentlichen Führungen am 22. Juli und 5. August, jeweils um 14.30 Uhr. Aufgrund von Corona können nur jeweils sechs Personen an der Führung teilnehmen. Bei Interesse steht Otulak für weitere Rundgänge zur Verfügung.
Anmeldung, Tel.: 02133 53020.

Erläuterungen zur Arbeit von Josef Otulak
Auszug aus dem Paradies
Naturspaziergang durch Dormagen
Die Rheinschleifen - Natur im Wandel
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