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Verhandungen mit EDEKA sind gescheitert

20.05.19, 17:52 Uhr / Dormago
Fotoquelle: Hermann Nass

So sah es mal aus als die Zuckerfabrik noch stand
So sah es mal aus als die Zuckerfabrik noch stand / Fotoquelle: Hermann Nass

Dormagen. Wenn die Rede von der Zuckerfabrik ist, dann winken viele gleich ab. Die nun schon seit Jahrzehnten laufende Diskussion um die weitere Nutzung der 120.000 Quadratmeter groen Brachflche an der Europastrae scheint eine unendliche Geschichte zu werden. Heute hat Brgermeister Erik Lierenfeld die Verhandlungen mit dem aktuellen Eigentmer EDEKA "bezglich eines Erwerbs der Stadt" fr gescheitert erklrt.

Zuletzt im Februar 2019 habe EDEKA signalisiert, dass der Tausch des Zuckerfabrikgelndes gegen Wohnbauflchen mit Entwicklungsmglichkeiten fr Einzelhandel vereinbar sei, sagt Lierenfeld. Das besttigt EDEKA Rhein-Ruhr auf Dormago-Anfrage: "Wir haben nach wie vor Interesse daran, in Dormagen Flchen fr Nahversorger zu entwickeln. In Bezug auf das Grundstck "Zuckerfabrik" wurde EDEKA von der Stadt mitgeteilt, dass es aufgrund des Seveso Gutachtens unwahrscheinlich ist, dort ein Nahversorgungszentrum zu errichten." Das Gutachten liege EDEKA zwar nicht vor, dennoch "wurde das Interesse der Stadt Dormagen an diesem Grundstck zur Kenntnis genommen und von Seiten EDEKA Bereitschaft gezeigt, diese Flche im Tausch gegen adquate Ersatzflchen - das heit insbesondere fr groflchigen Lebensmitteleinzelhandel geeignete Flchen - an die Stadt weiter zu geben."

Aus diesem Grund habe die Stadt sich wiederum intensiv mit einem mglichen Flchentausch befasst. Der Vorschlag aus dem Rathaus sah vor, 97.100 qm eingeschrnktes Gewerbegebiet sowie 26.600 qm ffentliche Grnflche des ehemaligen Zuckerfabrikgelndes gegen 17.000 qm wertvoller Wohnbauflche zu tauschen. Konkret ging es um 7900 qm in Nievenheim auf dem Grundstck des ehemaligen Schwimmbades, 7000 qm nrdlich der Rubensstrae und um 2000 qm in Rheinfeld. Der Vorschlag wre verbunden mit einer entsprechenden Beschlussvorlage an den Stadtrat, wonach die Stadt sich bereit erklre, Planungen von EDEKA zur Entwicklung von zwei Supermrkten sowie eines Getrnkemarktes zu befrworten "und sich im Rahmen der notwendigen Bauleitplanung gegenber der Bezirksregierung Dsseldorf fr eine landesplanerische Zustimmung einzusetzen."

Die Stadt habe darauf geachtet, dass das finanzielle Risiko fr EDEKA "so gering wie mglich gehalten wird", sagte Lierenfeld. Ein Gegenangebot des Unternehmens htte aber eine Vereinbarung vorgesehen, nach der die Flchen erst getauscht werden, wenn entsprechendes Planungsrecht fr die Grundstcke vorliege. Die Vorstellungen von EDEKA mit Blick auf die jeweiligen Gren der Verkaufsflche sei indes nicht mit dem zugrunde liegenden Einzelhandelskonzept in Einklang zu bringen, erlutert Robert Ullrich, der stdtische Fachbereichsleiter Stdtebau. Eine landesplanerische Zustimmung zu den von EDEKA beabsichtigten Grenordnungen sei durch die zustndige Bezirksregierung Dsseldorf "schwierig zu erlangen", bewertet der Rechtsbeistand der Stadt. Da die EDEKA-Vertreter diese Rechtsauffassung weiterhin bezweifeln, wurde der Vorschlag gemacht, das Risiko der Aufstellung der Bebauungsplne zu verteilen: EDEKA solle die Entwicklung in Form von Vorhaben- und Erschlieungsplnen umsetzen. Dazu erklrt das Unternehmen wiederum: "Die unbeplanten Grundstcke sind derzeit nicht zum Tausch geeignet. Die Planungshoheit fr alle diese Grundstcke liegt bei der Stadt Dormagen. Insofern kann EDEKA im Moment nur eine abwartende Haltung zur weiteren Entwicklung einnehmen."

Die Stadt wolle nun mit der alternativen Planung der zum Tausch angebotenen Flchen beginnen, informierte Brgermeister Erik Lierenfeld: "Wir haben stets versucht, fr beide Parteien eine faire Vereinbarung auszuhandeln. Festzuhalten bleibt aber, dass die Blockade der Entwicklungsmglichkeiten unserer Stadt in Zeiten von Wohnungsknappheit und fehlenden Gewerbegrundstcken durch die Firma EDEKA nicht weiter hingenommen werden kann."
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